Tonträger

Tracklist

1. Dead, White & Blue
2. Please Be Mine
3. What A Difference
4. Make It Up
5. Understand?
6. Social
7. It's Not Big And It's Not Clever
8. Four Chords Don't Make A Right
9. All I've Done Since I Was Twenty-One
10. Shadows Of Defeat

FLAV GIORGINI AND MIKE SCOTT

Split

VÖ: 12.01.2009
Label: Fond Of Life Records
Web: http://www.myspace.com/flavgiorgini

Gestandene Punkrockmusiker müssen nicht per se wilde Typen sein, die stets wie angeschossene Rehe über die Bühne toben und bisweilen ein recht provokantes Auftreten an den Tag legen. Dass sie nebenbei auch über ein teilweise hervorragendes Gefühl für akustische Klänge verfügen, wird zunehmend bestätigt. So ist es beispielsweise der ruhige, emotionale Song „Swing Life Away“, der auf keinem Rise Against-Auftritt fehlen darf, darüber hinaus taten sich No Use For A Name-Kopf Tony Sly und sein Pendant aus dem Hause Lagwagon einst zusammen, um sich ein akustisches Album brüderlich zu teilen, während Millencolin-Chef Nikola Sarcevic gleich zwei absolut lobenswerte Solo-Scheiben auf die Beine stellte. Und nun machen Flav Giorgini und Mike Scott gemeinsame Sache…

Wer, bitte? Vielen mögen die Namen der Protagonisten überhaupt nichts sagen, schließlich konnten beide Akteure mit ihren Formationen nicht unbedingt zu weltweitem Ruhm gelangen, sondern eher als Insidertipp durch die Musikwelt tingeln. Während Flav Giorgini – übrigens Bruder des Produzenten Mass Giorgini, der unter anderem Alben von Rise Against, Anti-Flag und Screeching Waesel unter seinen Fittichen hatte – bei Squirtgun unterwegs ist, steht Mike Scott am Bass der weniger bekannten britischen Punkrockband Phinius Gage.

Jede Partei steuert fünf Songs bei, die die jeweiligen Wurzeln deutlich erkennen lassen. Ob bei dem eröffnenden „Dead, White & Blue“ oder dem herausragenden „What A Difference“ – Flav Giorgini hat den Poppunk mit seinen liebenswerten Melodien und seiner galanten Leichtigkeit einfach im Blut. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, dass der mittlerweile nach England übergesiedelte Italo-Amerikaner lediglich mit Gitarre und Stimmbändern bewaffnet ist, denn jede einzelne Nummer entfacht sofort gute Laune. Ein wenig bedrückender wirken die Beiträge von Mike Scott, was nicht am Potential des Künstlers liegt, sondern ebenfalls am musikalischen Background, immerhin ist er im Kombination mit seinen Bandkollegen für rauen und aggressiven Punkrock bekannt. Herunterreduziert auf die klassische Singer/Songwriter-Ausstattung ergibt dies fünf nachdenkliche Lieder, die dem vom Vorreiter forcierten Sonnenschein mit Bewölkung entgegnen. So gesehen obliegt es jedem Hörer selbst, welcher Laune er sich frönt: Bei bester Stimmung macht Flav Giorgini die adäquatere Figur, Mike Scott hingegen spricht den seelisch Aufgewühlten eher zu. Und gut sind sie beide!

25.01.2009 Jack