Tonträger

Tracklist

1. Everything’s Alright
2. In Another Light
3. Oblivion
4. All The Things That We Have Seen
5. Because Of You
6. Welcome To Hangover
7. Permission To Sing
8. Anthem
9. I’m Fine
10. We Never Had Enough
11. March For You

DESTINATION ANYWHERE

Sobstuff, Tales And Anthems

VÖ: 01.05.2008
Label: DIY
Web: http://www.destinationanywhere.de

Eine erstaunliche Fortpfanzungsgeschichte schreibt dem Anschein zufolge die Band Destination Anywhere: Benennt der Beipackzettel zu deren Album “Sobstuff, Tales And Anthems” mit Sänger David Conrad, Gitarrist Tim Klein, Bassist Marc Hartmann, Schlagzeuger Tim Piccolini, Posaunist Lukas Buchen und Trompeter Philipp Schopp – somit seien die Schöpfer der vorliegenden Musik namentlich identifiziert – sechs junge Herren als Bestandteile der nordrhein-westfälischen Band, so befinden sich auf dem darüber prangenden Foto sieben Mitglieder. Doch damit nicht genug, denn wendet man den Promo-Pappschuber, dann entdeckt man gar acht Musiker, die ausnahmslos die Ska-Uniform angelegt haben. Abseits des Erstaunens über die Vervielfältigung setzt ein mittlerweile altbekanntes Phänomen ein, nämlich die Ska-Punk-Phobie, die immer dann in Erscheinung tritt, wenn sich der Nachwuchs anschickt, frischen Wind durch eine nach wie vor sehr kritisch beäugte Stilrichtung wehen zu lassen.

Dass es äußerst schwierig sein kann, neues Leben auf einem seinerzeit komplett abgebrannten Terrain entstehen zu lassen, bekommen auch Destination Anywhere zu spüren. 35 Minuten lang bemühen sich die sechs bis acht Musiker um die Präsentation qualitativ hochwertigen Punkrocks, wobei sich relativ schnell herausstellt, dass ihre Saat keine Sprösslinge hervorbringt, die in den Himmel wachsen. Es gibt relaxte Nummern („All The Things That We Have Seen“), dann und wann wird das Tempo ein wenig angezogen („ I’m Fine, „In Another Light“) und bei „We Never Had Enough“ erhält man schlussendlich den eindeutigen Beweis, dass die Mad Caddies ein maßgeblicher Quell der Inspiration gewesen sein müssen. Nur leider können die Westfalen kaum aus deren Schatten treten, was für junge Gewächse äußerst hinderlich ist. Zwar verfügt Frontmann David Conrad über herausragende gesangliche Fähigkeiten, die sich auf einem Niveau mit dem Organ von Mad Caddies-Frontmann Chuck Robertson befinden, und zwar verfügt „Sobstuff, Tales And Anthems“ mit „Permission To Sing“ über einen Song, der jedes Tanzbein in Wallungen bringt, dennoch bleibt diese Veröffentlichung nicht mehr als ein Versuch, den großen Idolen nachzueifern. Abgesehen vom wirklich lobenswerten Gesang gibt es für Destination Anywhere in Sachen Eigenständigkeit noch eine Menge zu erledigen, von der personellen Entwicklung her sieht die Zukunft jedoch rosig aus.

23.01.2009 Jack