Tonträger

Tracklist

1. Too Proud To See 
2. The Fiction 
3. Wake Me After Midnight 
4. Maybe Tomorrow 
5. Light Up Your Fire 
6. Phantoms 
7. In Between 
8. A Secret Left To Find 
9. We Stop At Nothing 
10. The One 
11. Welcome To Reality 
12. War Without Resistance 
13. Automatic 

(Kopie 1)

5Bugs

Best Off

VÖ: 23.01.2009
Label: Rockhit Records
Web:
www.5bugs.de

Ich zitiere: „Once upon a time there was a boy who thougt that he could make it / Gotta have no band, no talent in a world of give and take / And no one ever realized his lack of plan for punkrock music / Non accepted and frustrated / Hi, I make reviews and fake shit / But he didn’t recognize that no one likes the crap he’s writing / We say that cuz we know better / We’ll be punkrocker for ever now...” Die soeben angeführten Zeilen entsprangen vor fünf Jahren der Feder einer jungen Berliner Formation namens 5Bugs im Zuge des kurzen Songs „45 Seconds Of Kick Ass“. Somit betonte die Band schon frühzeitig, dass sie Kritikern nicht unbedingt wohl gesonnen seien und gelobte, für immer und ewig dem Punkrock verbunden zu sein. Muss ich mich jetzt warm anziehen?

Apropos anziehen: Auch wenn Äußerlichkeiten mitnichten in die Waagschale für eine musikalische Beurteilung geworfen werden sollten, so lässt sich bei dem Quintett aus der Bundeshauptstadt durchaus eine identische Entwicklung ausmachen. Die weiten Büxen, die Baseball-Caps und die T-Shirts mit Logo-Schriftzug haben ihren Weg in die Klamottenkiste gefunden, nunmehr bestimmen moderat geschnittene Jeanshosen und Karohemden das Erscheinungsbild der 5Bugs. Im übertragenen Sinne hat der ungezügelte, teils furiose (und grandiose) Punkrock ausgedient, fortan gibt es von den 5Bugs fast ausschließlich emotionale Rockmusik mit einem Fetzen Poppunk zu hören, wie es die im Vorwege multimedial vorgestellte Kostprobe „Wake Me After Midnight“ andeutete. Wer „Tomorrow I’ll Play God“ als Enttäuschung wertet, für den tun sich insbesondere bei diesem ecken- und kantenlosen Song neue Abgründe auf. Dankenswerter Weise besteht „Best Off“ nicht nur aus derartigem Brei, in dem das sehr harmlose „The One“ und die Schmusenummer „A Secret Left To Find“ ebenfalls wunderbar untertauchen können. Mit dem druckvollen „The Fiction“ oder dem eingängigen „In Between“ gelingt es den Berlinern, mit Bands wie Amber Pacific auf Augenhöhe zu stehen. Das liegt zum einen an Chris Dumhards hellem, fast zerbrechlichem Gesang und zum anderen an dem wunderbar klaren Sound, der einmal mehr aus der Qualitäts-Schmiede von Gitarrist Florian Nowak stammt. Außerdem lobend zu erwähnen sind das aggressive „We Stop At Nothing“, das am deutlichsten die einstigen Punkrock-Wurzeln freilegt, und „Automatic“, das die knapp 43 Minuten Musik besiegelt. Letzterer beinhaltet allerdings einen kleinen Wehrmutstropfen, denn so packend der Refrain auch sein mag, eine US-amerikanische Band namens The Swellers wartete mit einer absolut identischen Gesangslinie in ihrem Song „Clean Slate“ bereits vor einigen Jahren auf. Dennoch spare ich mir irgendwelche Vorwürfe und werte diese Übereinstimmung als unglücklichen Zufall. Nichtsdestotrotz weiß diese Passage in der Tat zu gefallen.

Mit „Best Off“ entfernen sich die 5Bugs noch ein Stück weiter vom „To No One Else Except You“-Stil. Im Vergleich zu „Tomorrow I’ll Play God“ war man auf diesen Wandel aber vorbereitet, des Weiteren klingt der Fünfer wesentlich überzeugender und – man möge mir die Verwendung des dubiosen Begriffes verzeihen – ausgereifter. Wenn Emorock, dann bitte auf eben diese Weise.

21.01.2009 Jack