Tonträger

Tracklist

1. Shockwave 
2. Shout 
3. Warriors of Time 
4. Give Me a Chance
5. Let Me 
6. Show Me the Way 
7. Enterprise
8. Live Fast Die Young 
9. Hit the Lights
10. Black Abyss 
11. Light from Above

BLACK TIDE

Light From Above

VÖ: 03.06.2008
Label: Interscope Records
Web: http://www.blacktidemusic.com/

Früher war alles anders. Entwickelte man einst in jungen Jahren ein gewisses Faible für die Musik, indem beispielsweise zu Muttis Schallplatten hüpfend in eine Banane gesungen wurde, so war es nicht unwahrscheinlich, dass plötzlich eine merkwürdige Holländerin namens Marijke Amado vor einem stand mit der Aufforderung, zuerst das so genannte „Minilädchen“ aufzusuchen, um anschließend durch die sagenumwobene „Zauberkugel“ zu schreiten. Lange genug hat die „Mini-Playback-Show“ beim Nachwuchs für traumatische Erlebnisse gesorgt, heute gehen kleine Künstler – und die, die es einmal werden möchten – sogleich in die Vollen. Einer von diesen Jungspunden ist Gabriel Garcia, der im Vorschulalter bereits das Berufsfeld des Rockstars für sich ausgemacht hatte. Während seine Altergenossen sich mit „Schni-Schna-Schnappi“ zudröhnten, entdeckte der kleine Amerikaner Bands wie Iron Maiden, Megadeth und Pantera für sich…

Nun zählt Gabriel Garcia 15 Lenze und spielt in der Band Black Tide – vom Altersschnitt her eine eindeutige Schülercombo. Doch von den vier Dreikäsehochs scheint die Musikgeschäftsfraktion eine Menge zu halten, denn welche Nachwuchsband kann schon von sich behaupten, Labelkollegen wie Gwen Stefani, den Black Eyed Peas oder Sheryl Crow auflisten zu können. Die Tatsache, dass ihr Debütalbum „Light From Above“ Produzent Johnny K anvertraut wurde, der unter anderem schon mit 3 Doors Down, Staind, Machine Head und den Plain White T’s zusammenarbeitete, bestätigt den Stellenwert von Black Tide.

Dabei macht das Quartett nichts Neues, im Gegenteil, sie wärmen alte Klänge wieder auf. Diese entspringen dem Heavy Metal traditioneller Machart, man orientiert sich also streng an den großen Vorbildern. Demzufolge werden zahlreiche Soli eingebastelt, während das Schlagzeug gelegentlich galoppieren darf, und zwischenzeitlich läuten gar die Kirchenglocken im Hintergrund („Enterprise“). Das Schöne an „Light From Above“ ist, dass keiner der insgesamt elf Songs aufgesetzt wirkt, was angesichts des niedrigen Alters der jungen Herren absolut erstaunlich erscheint. Hier befinden sich keine Casting-Gurken am Werk, sondern Überzeugungstäter. Mit einer außergewöhnlichen Professionalität rocken sich Black Tide durch das temporeiche Metallica-Cover „Hit The Lights“ oder das hitverdächtige „Warriors Of Time“, das auf Konzerten mit Sicherheit ordentlich zünden wird.

Es sei noch einmal betont, dass dieses Album den Heavy Metal der alten Schule zu keinem Zeitpunkt revolutioniert. Dennoch gelingt es den Youngstern aus Florida, die klassischen Strukturen zeitgemäß aufzufrischen und das gute Gefühl zu erwecken, dass es in einem Genre, das seit vielen Jahren von den Alteingesessenen dominiert wird, durchaus verheißungsvolle Talente gibt.

06.01.2009 Jack