Tonträger

Tracklist

1. Isolate Me 
2. Killing A Ghost 
3. Mouse In A Maze 
4. Undecided 
5. Blood Pressure 
6. Shallow End 
7. Night Stalker 
8. Always The Same 
9. Misconception 
10. Already Dead 
11. Give It Up 
12. One Way Down. 

USELESS ID

The Lost Broken Bones

VÖ: 28.08.2008
Label: Rude Records
Web: http://www.uselessid.net/

Auf den ersten Blick könnten Useless ID aus den Vereinigten Staaten stammen: Diverse Alben hat das Quartett auf dem Vandals-Label Kung Fu Records herausgebracht, abgemischt werden die Ergüsse fast ausschließlich im renommierten Blasting Room in Colorado, und darüber hinaus hegt und pflegt die Band überaus freundschaftliche Beziehungen zu hochrangigen Punkrock-Persönlichkeiten wie Fat Mike (NOFX), Joey Cape (Lagwagon), Tony Sly (No Use For A Name) oder Kris Roe (The Ataris). Doch Useless ID kommen aus dem Nahen Osten, besser gesagt aus Israel, dementsprechend erscheint es erstaunlich, wie kalifornisch ihre Musik klingt.

Mit flottem und hochmelodischem Punkrock im Stile oben genannten Kollegen machten die Israelis vor einigen Jahren auf sich aufmerksam. Wurde bei „Bad Story, Happy Ending“ und „No Vacation From The World“ noch kurz und knackig musiziert, so wurde mit “Redemption” eine Trendwende zu langsameren und emotionaleren Tönen eingeleitet, die in „The Lost Broken Bones“ eine deutliche Vertiefung findet – eine tragische Entwicklung! Useless ID waren einst zwar nicht sonderlich innovativ, dafür aber frisch, unkompliziert und hochenergisch. An dem Mangel an Eigenständigkeit hat sich bis heute nichts verändert, doch mit diesem Album sind die positiven Attribute leider fast gänzlich flöten gegangen. Songs wie „Isolate Me“, „Give It Up“, „Killing A Ghost“ und insbesondere „Shallow End“ entspringen der Feder einer nicht mehr als durchschnittlichen Midtempo-Punkrock-Combo, die irgendwo im einheitlichen Brei mit Millencolin, Yellowcard und seit kurzem auch Rise Against um die Wette schwimmt.

Das Hörvergnügen würde vollkommen auf der Strecke bleiben, gäbe es unter dem Dutzend Songs nicht die temporeicheren „Mouse In A Maze“ und „Misconception“, dass Useless ID ihr Handwerk doch noch nicht verlernt haben, bestätigt das rasante „Already Dead“. Den potentiellen Verdacht, dass nur ein schneller Punkrocksong mein Herz im Sturm erobern kann, entkräftet das abschließende „One Way Down“: Ein gemäßigtes Tempo trifft auf Sahne-Melodien – so darf ein so genannter Reifeprozess gerne zu Buche schlagen. Unter dem Strich geht „The Lost Broken Bones“ in Ordnung, alt eingesessene Fans seien aber vor einer Enttäuschung gewarnt.

07.01.2009 Jack