Tonträger

Tracklist

1. Black Horse
2. All the Seconds in a Century
3. Avogado Communication
4. A Brand New Day (Charlie B)
5. Perfect Summer
6. The One
7. Sweet Manhattan
8. West Jesus
9. Richard Got a Blue Volvo
10. Flags of Karma
11. Johnny Dellamore
12. Steps

Argetti

Flags Of Karma

VÖ: 22.09.2008
Label: 
Fond Of Life Records
Web: http://www.myspace.com/argetti

Ich wiederhole mich, wenn ich einleitend anführe, dass die Italiener über eine erstaunlich hochwertige Untergrund-Musikszene verfügen, die unter anderem schmucke Bands wie Actionmen oder Beerbong zu Tage gebracht haben. Wurde bei der Suche nach interessanten und hörenswerten Combos aus Angst vor dem Ausfindigmachen schlechter Adriano Celentano-Plagiate noch ein großer Bogen um die Mittelmeer-Nation gemacht, so lohnt sich heute der eine oder andere Abstecher in die Tiefen der italienischen Musikwelt. Tut man in dieser eine Band mit dem Namen Argetti auf, dann sollte ihr zugehört werden, denn der Vierer aus Vicenza hat einiges in Sachen Punkrock auf Lager.

Auf den Namen „Flags Of Karma“ hört der Nachfolger der ersten musikalischen Duftmarke mit dem Titel „In My Shoes“, die den Statistiken zufolge ziemlich gut ankam, wurden im Zuge ausgiebiger Touren durch ganz Europa in Windeseile 1.000 Exemplare abgesetzt. Den Prognosen, dass es mit dem Folgewerk so weitergeht, darf nun zugestimmt werden, zumindest verfügt „Flags Of Karma“ über das Potential dazu. Während die Mitbürger von Carryall beispielsweise auf radiotauglichen Durchschnittspunkrock setzen, interpretieren Argetti ihre Klänge merklich anspruchsvoller.

Als Einflussfaktoren haben sich die Italiener Jawbreaker, Lifetime und Dag Nasty ausgesucht und damit eine unbestritten vorzügliche Wahl getroffen. Songs wie das prägnante „Perfect Summer“ oder das pfeilschnelle „West Jesus“ beweisen, dass eine maßgeschneiderte Inspiration gefunden wurde, denn der hohe, emotionale Gesang, die dezente Vertracktheit und die melodiös verpacken Aggressionen passen wie das sprichwörtliche Gesäß auf den entsprechenden Eimer. Es gibt unzählige junge Bands, die regelmäßig Versuche unternehmen, sich neu zu erfinden und sich somit fast ständig auf wackeligen, da unglaubwürdigen und unkonstanten Füßen befinden. Argetti hingegen haben mit ihrer Mischung aus treibendem Midtempo-Punkrock und positivem Hardcore genau ihr Ding gefunden, was die zwölf Nummern auf „Flags Of Karma“ entsprechend eindrucksvoll belegen – ein gutes Album, das den Anspruch erhebt, nicht die Charts, sondern die Herzen der Hörer dauerhaft im Sturm zu erobern. Und mit der Eroberung der Herzen kennen sich die Südländer bekannter Maßen bestens aus…

28.12.2008 Jack