Tonträger

Tracklist

1. No groove in gunsights 
2. To return now 
3. Where are they now 
4. Outside life 
5. The blue lamp 
6. The lonely 
7. Back to you 
8. Teen idol eyes 
9. Heroes of the corner bar 
10. I got your number 
11. Annual pimple 
12. Yesterday's dog end 
13. Nothing to rely on 
14. Tomorrow is not new 
15. Black mountain rain 
16. Billy the poop 
17. Mr. Keen 
18. Lady Luck 
19. I follow 
20. Sunday stripper 
21. Sounds of wrong 
22. Jackie Jab 
23. Stupid lullabies 
24. Time tells time 
25. Catastrophe 
26. We all know 

SWINGIN UTTERS

Hatest Grits

VÖ: 24.10.2008
Label: Fat Wreck Chords
Web:
www.strikeanywhere.com

Ich weiß, ich weiß, ich bin ganz schön in Verzug geraten mit der Bewertung dieser Veröffentlichung, also befleißige ich mich einer mehr oder minder gekonnten Ausrede: „Hatest Grits“ verfügt über sagenhafte 31 Songs, und die möchten erst einmal verinnerlicht werden. Genau, die Swingin’ Utters haben – wie vor einigen Monaten die Kollegen von Me First And The Gimme Gimmes – kräftig in der Mottenkiste gewühlt und dem Anschein zufolge so ziemlich alle B-Seiten und sonstiges musikalisches Gerümpel zu Tonträger gebracht.

Der Titel-Zusatz „B-Sides and Bullshit“ ist der beste Beweis dafür, dass das Quintett aus San Francisco des rationalen Denkens durchaus mächtig ist, denn neben einigen wirklich hörenswerten B-Seiten („I Follow“) befindet sich auf dieser Zusammenstellung in der Tat auch stark Vernachlässigenswertes. Dennoch wagen die Swingin’ Utters den Rundumschlag, der bei alten Demoaufnahmen beginnt („Sounds Wrong“, „Jackie Jab“, „Catastrophe“), kurze, folkige Trink-Lieder wie „Back To You“, „Heroes Of The Corner Bar“ und „Billy The Poop“ tangiert, einen rasanten Abstecher in die Uptempo-Gefilde durchführt („Yesterday’s Dog End“), um schließlich beim klassischen Streetpunk zu landen („I Got Your Number“, „Lady Luck“), den die Kalifornier seit 1992 mitgeprägt haben.

Als ein wenig trügerisch entpuppt sich allerdings die Tracklist, die immerhin fulminante 26 Songs aufführt, was der Silberling jedoch zu übertreffen vermag, der erst nach den einleitend erwähnten 31 Nummern zum Stillstand kommt. In den späteren Zügen dieses Albums kommen aber ausschließlich ausgewiesene Fans der Swingin’ Utters auf ihre Kosten, denn es werden einerseits schraddelige Probeaufnahmen, beschränkt auf Gitarre und Gesang, und andererseits zwei Akustik-Songs geboten.

Abschließend stellen sich zwei Fragen, deren Beantwortung unterschiedlich einfach ist. Für wen wurde „Hatest Grits: B-Sides and Bullshit“ konzipiert? Und sieht so etwa der Abgesang der langjährigen Fat Wreck-Combo aus? Antwort Nummer eins stellt keine Schwierigkeit dar: Anhänger der Swingin’ Utters können mit dieser randvollen Scheibe Lücken in ihrer Sammlung stopfen. Doch ist damit jetzt Feierabend? Man könnte davon ausgehen, immerhin informiert der entsprechende Infozettel über die alltäglichen Tätigkeitsfelder einiger Bandmitglieder beziehungsweise, dass jene bereits fest in ein Familienleben eingebunden seien. Folglich wäre eine Meldung über das Ende der Band weniger überraschend als eine baldige Ankündigung neuer Studioaktivitäten.

29.12.2008 Jack