Tonträger

Tracklist

1. Mine My Mind
2. Never Ending Stream
3. Reckless (I Don't Wanna)
4. Anything Could Happen Here
5. Forevermore
6. It's Such A Good Thing 
7. Man With The Powers
8. Sorry To Say 
9. Such A Shame 
10. Episode 666 
11. The Beautiful Sound 
12. Wind-up 
13. Willingly Unknowing
14. There Must Be A Better Way

NO FUN AT ALL

Low Rider

VÖ: 21.11.2008
Label:
Beat ‘Em Down Records
Web: http://nofunatall.com/

Es war absehbar, dass No Fun At All irgendwann einmal wieder mit einem neuen Studioalbum aufwarten werden. Nachdem im Jahr 2001 bekannt gegeben wurde, dass der schwedische Fünfer seine Aktivität als Band einstellen würde, präsentierte sich ein Auge weinend, während sein gegenüber lachte. Die Gründe dafür lagen auf der Hand: Auf der einen Seite waren No Fun At All eine in europäischen Breitengraden maßgebliche Formation im Bereich des flotten Punkrocks der Marke Pennywise, Bad Religion oder NOFX. Andererseits bleibt aber auch festzuhalten, dass das Quintett nach „The Big Knockover“ qualitativ stetig abgebaut hatte, was mit dem enorm lahmarschigen Album „State Of Flow“ einen Tiefpunkt erreichte. Mit einem noch unrühmlicheren Best-Of-Langspieler verabschiedete man sich dann aus dem Musikgeschäft, und machen wir uns nichts vor: Es wurde auch höchste Zeit!

Dennoch verschwanden die Skandinavier nie komplett von der Bildfläche, sondern ließen sich auf der einen oder anderen Bühne blicken und ließen schlussendlich verlauten, dass ein frisches Werk namens „Low Rider“ in den Startlöchern stehe. Dass eine ausgedehnte Kreativpause in der Tat ausgesprochen gut tun kann, findet an dieser Stelle eine deutliche Bestätigung. Startet der Opener „Mind My Mind“ noch Skepsis erweckend dröhnig, so werden nach ein paar Sekunden die Sorgenfalten aus der Stirn gebügelt. Vollgas pur, ein schnörkelloses Songwriting und dazu eingängige Refrains – so machten No Fun At All einst mit „No Straight Angels“ auf sich aufmerksam, und in genau diese Spur kehren sie jetzt zurück. „Never Ending Stream“, „There Must Be A Better Way“, „Man With The Powers“ oder „Wind-Up“ werden jeden Fan der alten Scheiben zu Freudentänzen treiben.

Doch die Schweden können den Fuß nicht komplett von der Bremse nehmen, immerhin ist man dem Teenageralter längst entkommen, was ein Blick auf das Backcover belegt. Darauf sind fünf gestandene Herren zu entdecken, die nicht mehr mit ihren Instrumenten durch das Bild springen, sondern relaxt die Arme verschränken oder die Hände in den Hosentaschen parken. Diese Gelassenheit spiegelt sich dementsprechend in Songs wie „Reckless (I Don’t Wanna)“, „Sorry To Say“ oder „The Beautiful Sound“ wieder, denen allerdings das gewisse Hitpotential abgesprochen werden muss. Und in diesem Punkt liegt auch die Schwäche von No Fun At All: Der Sound – einmal mehr wurde P.O. Saether an die Regler gebeten – ist erstklassig, doch zahlreiche Nummern klingen schlichtweg zu souverän, zu routiniert. Sicherlich sind Ingemar Jansson, Mikael Danielsson, Christer Mähl, Stefan Neuman und Kjell Ramstedt alte Hasen, die grundsätzlich wissen wie selbige zu laufen haben, dennoch gelingt es ihnen nicht, die Hörerschaft auf der Stelle zu fesseln. Dafür fehlen die außergewöhnlichen Momente, die kleinen Spielereien, das Vermögen, bei jedem Tempo noch das eine oder andere Kabinettstückchen vom Stapel zu lassen.

„Low Rider“ kombiniert die furiosen „No Straight Angels“, „Out Of Bounds“ und „The Big Knockover“ mit dem zurückhaltenden „State Of Flow“ – eben ein geradliniges Punkrock-Album ohne große Überraschungen.

03.12.2008 Jack