Tonträger

Tracklist

1. Ares
2. Mercury
3. Halo
4. Biko
5. Trojan Horse
6. Signs
7. One Month Off
8. Zephyrus
9. Talons
10. Better Than Heaven
11. Ion Square

BLOC PARTY

Intimacy

VÖ: 24.10.2008
Label: Universal Music
Web: http://www.blocparty.com/

Der erste Satz auf „Intimacy" lautet „I Declare War!", und scheinbar haben Bloc Party diesmal allen eine Kampfansage gewidmet. Zum einen die Plattenfirma, denn dieses Album wurde schon vor Wochen im Internet für ‚nen Appel und ‚n Ei verscherbelt. Zum anderen ist es auch musikalisch eine kleine Drohung gegen ihre bisherigen beiden Alben.

Keine Gitarren-Indiehits wie auf ihrem fulminanten Debüt „Silent Alarm", und auch die einfachen aber funktionierenden Songs von „A Weekend In The City" findet man hier nicht. Auch der skurrile Ausflug in die Eurodance-Dekade namens „Fluxx" ist auf „Intimacy" nichts geworden. Doch beim ersten Song „Ares" reibt man sich die Augen Bloc Rockin Beats Böller zünden sie, dazu heulende Sirenen und ein aufkratzendes und überladenes Soundgewitter. Anschließend die Single „Mercury", die im ersten Moment fast ein wenig stupide auf einen los rattert und dazu ein geloopter Gesangspart von Kele Okereke.

Aber im Laufe des Songs und am besten mit Hilfe eines Kopfhörers, entpuppt sich dieser Song als Klang-Popcorn, komische Bläser, wilde Percussions und verrückte Streicher, die auseinander gerüttelt wurden und jetzt explodieren. Doch mit „Halo" werden die Fans der ersten Stunde wieder ein wenig besänftigt; ein galanter IndieRock-Song mit ordentlich Drive und Muskelkraft . Man merkt schon, dass „Intimacy" ein sehr komplexes Werk ist, welches man sicherlich erst später erschließt. Denn viel zu viele verschiedene Facetten und Versatzstücke bauen sie ein, von sensiblen und beruhigenden Songs wie „Biko", über zarte Glockenspielereien bei „Signs" zu hyperventilierenden ElectroRock-Hybriden wie „Talons" oder „Trojan Horse".

Eines der Herzstücke und vielleicht der nächste Weg ist sicherlich „Zephyrus", mit Carmina Burana-Chören, wilden Beat Attacken, Rhythmus-Gefühlen, die im weitesten Sinne an Four Tet erinnern, und dem in den Vordergrund gebrachten Gesang von Kele. Doch „Intimacy" ist nicht nur eine Kampfansage an gewöhnliche Arrangements, nein, ihre Texte kratzen noch immer an den Oberflächlichkeiten der Gesellschaft, aber auch persönliche Ängste und Nöte von Kele Okereke werden hier offen gelegt. Insgesamt ist „Intimacy" ein kompromissloses Album geworden, allerdings wird es einige Fans verschrecken, aber so ist es, wenn man  sich stets verändert und den Stillstand so konsequent verweigert wie Bloc Party. 

12.11.2008 Hauke