Tonträger

Tracklist

1. Carve It Out
2. Dead As Mine
3. Searching For Disaster
4. Maps
5. Let Me Loose
6. My Return
7. In Between
8. Wasted On The Rain
9. Frustrations & Releases
10. Melancholy
11. Undertow
12. The Sleeping

 

THE LIVING DALIGHTS

Ways To Escape

VÖ: 29.01.2009
Label: Fond Of Life Records
Web: http://www.myspace.com/thelivingdaylightsuk

Wegrennen gilt nicht, denn hier kommen The Living Daylights mit ihren Debüt “Ways To Escape”. Was hier auf den ersten Blick tierisch nach emotionaler Rockmusik anmutet, präsentiert sich bereits beim ersten Durchgang als astreiner Punkrock, der richtig frisch klingt, auch wenn sich Vergleiche zu renommierten Bands wie Bouncing Souls, Hot Water Music oder alte Anti Flag ziehen lassen. Solche darf man sich als junge Formation jedoch gerne gefallen lassen.

Auf ihrem ersten kompletten Tonträger machen The Living Daylights sehr vieles richtig, indem sie ihren mittelschnellen („Searching For Disaster“, „Melancholy“) bis rasanten („Maps“, „Let Me Loose“, „Dead As Mine“) Punkrock nicht krampfhaft mit irgendwelchen stilistischen Experimenten aufbauschen, sondern ihn so herüberbringen, wie der Fan von heute ihn braucht, nämlich eingängig, druckvoll – in diesem Bereich macht das feine „Wasted On The Rain“ eine besonders gute Figur – und nicht überproduziert. So leisten wir dem „Stand Up“-Aufruf im Intro namens „Carve It Out“ gerne Folge und erheben uns von der Bestuhlung, um die 36 Minuten auf den ganzen Körper wirken zu lassen. Das Resultat: gedehnte Stimmbänder durch das Mitsingen der zahlreichen mehrstimmigen Passagen, ein Krampf im Daumen, der ständig nach oben zeigen wollte und zu guter Letzt ausgefranste Mundwinkel vom breiten Grinsen.

Im Sport wird oft davon gesprochen, der Star sei die Mannschaft. Dies trifft in gewisser Weise auch auf „Ways To Escape“ zu, auf dem sich nicht einige wenige Songs in den Vordergrund spielen, es ist vielmehr das gesamte Dutzend, das auf der ganzen Linie überzeugt und dieses Album zu einem absolut besitzenswerten Stück macht. Ganz nebenbei stellt dieses Album zugleich eine hervorragende Medizin bei akutem Frust, bedingt durch die aktuelle Entwicklung von zahlreichen erstklassigen Vertretern des schnellen und kompromisslosen Punkrocks – an dieser Stelle trete ich noch einmal exemplarisch gegen die letzte Veröffentlichung von Rise Against nach – dar. Bei „Ways To Escape“ ergreift garantiert niemand die Flucht.

21.02.2009  Jack