Tonträger

Tracklist

1. Don’t Wanna
2. Arrhythmic Plapitations
3. Little Brother
4. Ran The Scam
5. What’s Wrong

DEAD TO ME

Little Brother

VÖ: 24.10.2008
Label:
Fat Wreck Chords
Web:
www.fatwreck.com/band/index/83

Es erweckt den Anschein, als seien Sonderformen einer Single – im Fachjargon auch als EP bezeichnet – in letzter Zeit schwer in Mode. Dem Trend, die Phase zwischen zwei kompletten Alben mit einer im Umfang geschrumpften Veröffentlichung zu überbrücken, folgen nun Dead To Me. Ein junger Musiker namens Chicken, seines Zeichens in der Mailorderabteilung bei Fat Wreck Chords beschäftigt, hat seinem Chef Fat Mike seine neuesten Punkrock-Kreationen vorgespielt, von denen es fünf Stück auf „Little Brother“ geschafft haben.

A propos geschafft: Dem guten Chicken ist es übrigens gelungen, seine Alkohol- und Drogenprobleme in den Griff zu bekommen, was sich auch auf das Liedgut ausgewirkt hat. So bildet der Prozess des Aufräumens beziehungsweise des Ordnens in den Texten ein zentrales Thema, des Weiteren wirkt ein Großteil des Songwritings wie frisch aufpoliert. Konnte mich das Debüt „Cuban Ballerina“ nicht überzeugen, so hat „Little Brother“ viele meiner Zweifel an der Qualität der Band ausgeräumt. Auf diesem kurzen Stück Musik finden Dead To Me oftmals die richtige Balance zwischen feinfühliger Eingängigkeit und sympathischer Grobheit. Insbesondere „Don’t Wanna“, „Arrhythmic Palpitations“ und das abschließende „What’s Wrong“ gefallen auf Anhieb, während „Ran The Scam“ und der Titeltrack „Little Brother“ nicht ganz so direkt für zufriedene Mienen sorgen. Dennoch bewirkt dieser Fünferpack bei mir einen klaren Meinungsumschwung, bezeichnete ich Dead To Me im Zuge von „Cuban Ballerina“ noch als klassische Vorband. Diesem nicht wirklich würdevollen Status ist das Quartett nunmehr entkommen, und es darf sich im Reigen der alt eingesessenen Fat Wreck-Combos zurecht gut aufgehoben fühlen.

22.11.2008 Jack