Tonträger

Tracklist

1. Spiralling 
2. The Lovers Are Losing 
3. Better Than This 
4. You Haven't Told Me Anything 
5. Perfect Symmetry 
6. You Don't See Me 
7. Again & Again 
8. Playing Along 
9. Pretend That You're Alone 
10. Black Burning Heart 
11. Love Is The End 
12. Splash Screen 

Keane

Under The Iron Sea

VÖ: 10.10.2008
Label:
Island Records
Web:
http://www.keanemusic.com/

„Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.“ Kurz, prägnant, aber sehr aussagekräftig. Ob Tom Chaplin, Tim Rice-Oxley und Richard Hughes dieses Zitat von Biermann im Kopf hatten als sie das Material für „Perfect Symmetry“ zusammengetragen haben, ist nicht überliefert.

Wer in seiner noch nicht allzu langen Karriere bisher mehr als 8 Millionen Tonträger verkauft hat, der hätte eigentlich keinen Grund nach der Biermann-Maxime zu leben. Aber schon der düster anmutende Vorgänger „Under The Iron Sea“ deutete an, dass Keane keine Band ist, die ein und dasselbe Schema über Jahre hinweg durchzieht.

Das Gesetz der Serie verlangt, dass „Perfect Symmetry“ wieder ein fröhlicheres Album wie das Debüt „Hopes And Fears“ wird. Fröhlich ist es durchaus geworden und zwar so sehr, dass selbst die Sugar Babes die erste Singleauskopplung „Spiralling“ gecovert haben. Daher reden wir hier von einem bombastischen Hochglanzalbum, welches im 1980er Outfit daherkommt und vom Produzenten Stuart Price mit Synthie-Sounds à la Human League, U2 oder gar Blondie versehen wurde. Als wäre dies nicht alles schon genug Abwechslung, greift Tom für „Spiralling“ zur eigentlich gehassten Gitarre. Klingt unglaublich und deswegen gibt es das Instrument bei „You Haven’t Told Me Anything“ noch mal zu hören.

Plätschern doch einige Strophen so langsam und unscheinbar vor sich hin, lassen sie sich fast jedes Mal vom Refrain unter die Arme greifen und zu neuen Höhen aufschwingen. Ganz im Gegensatz zu alten Gewohnheiten gibt es mit „Love Is The End“ nur eine Ballade, die es aber in sich hat. Mehr Todessehnsucht kann nur Nick Cave in Worte und Noten fassen.

Keane überraschen auch diesmal und vermischen den teilweise kitschig anmutenden Sound der 1980er mit ihren gewohnt hymnischen Refrains, so dass wir über die kürzer und dunkler werdenden Tag nur lächeln können. Schmeisst die Möbel aus den Fenster, wir brauchen Platz …

10.10.2008 Tim