Tonträger

Tracklist

1. You're Everthing
2. Break The Silence
3. Distance
4. I Wish This Never Ends
5. The Parrot
6. This Time
7. Le Nostre Favole
8. The Gap
9. What A Feeling
10. B-Fore
11. Rain On Me
12. Yes I Like Vandals, So What?

CARRYALL

Emotivhate

VÖ: 26.09.2008
Label: Vagrant Records
Web: http://www.myspace.com/carryall

Als amtierender Fußball-Weltmeister darf sich Italien noch zwei Jahre auf die Schultern klopfen, musikalisch betrachtet scheidet das Land allerdings bereits in der Gruppenphase aus. Wer zwischen Eros Ramazzotti und Al Bano & Romina Power ein wenig tiefer schürft, entdeckt vielversprechende Bands wie Beerbong, Actionmen und Melody Fall, die an dieser Stelle wärmstens empfohlen werden. Seit 2002 lassen sich auch Carryall entdecken, die mit „Emotivhate“ etwas vorlegen, das nicht unbedingt das Attribut „empfehlenswert“ verdient hat.

Der Hauptgrund für diese Bewertung liegt in der Durchschnittlichkeit der zwölf Songs. Grundsätzlich widmen sich die Südeuropäer dem mittelschnellen Punkrock und addieren dazu einige Bläsereinsätze. Less Than Jake lassen hierbei recht herzlich grüßen, ohne jedoch um ihre Position als eines der Skapunk-Flaggschiffe bangen zu müssen, denn um an diesem Thron zu rütteln, bedarf es einfach mehr als ein Dutzend vernünftig gemachter Lieder. An der Produktion gibt es nichts zu mäkeln, es ist das Songwriting, das hörbare Schwächen offenbart. Abgesehen von dem abschließenden „Yes, I Like The Vandals, So What?“ fehlt den Songs zumeist das Potential, ungezwungen ins Tanzbein zu gehen. Vieles klingt ganz nett, aber es zündet nicht auf der Stelle, was in einem sich gerade von den Folgen des Hypes von vor einigen Jahren erholenden Genre problematisch erscheint.

Und wer kann sich noch an die Zeiten erinnern, in denen jedes Punkrockalbum mindestens eine Coverversion eines Evergreens beinhalten musste? Gegen einen solchen Trend ist nichts einzuwenden, gesetzt den Fall, die Umgestaltungen sind gelungen. Es geht aber auch mangelhaft, was Carryall mit ihrer Verwurstung des Flashdance-Klassikers „What A Feeling“ belegen. Unspektakulär, dahinplätschernd – und somit passend zum Rest des Albums. „Emotivhate“ übersteht vielleicht die Gruppenphase, in der Hauptrunde ist jedoch Feierabend.

03.10.2008 Jack