Tonträger

Tracklist

1. Out of my head
2. Myspace girl
3. Calling out your name
4. Not OK
5. Won't give up
6. The letter
7. Break me
8. My weakness
9. I believe
10. Best friends
11. The hidden
12. No limits

DOG EARED PAGES

Believe

VÖ: 17.10.2007
Label: Coast Rock
Web: http://www.dogearedpages.de/

Wer in seinem Liedgut die Zeilen “She listens just to Beatles and The Birds, I rock with Simple Plan, to Offspring and to Blink” unterbringt, muss sich auf die Konfronation mit einem mahnenden Finger gefasst machen. Es grenzt beinahe an Blasphemie, eine andere Person „nur“ die Beatles hören zu lassen, während man selbst zu absoluten Über-Bands wie Simple Plan abrockt, die – Ironie erkannt, Gefahr gebannt – die Musikwelt maßgeblich beeinflusst haben. So gesehen kommt haben die Dog Eared Pages Glück, dass man sich überlicher Weise zuerst die Musik zu Gemüte führt, ehe ein Blick auf die Songtexte geworfen wird.

Und ich schwöre: Würden sich die Kieler Jungs als durchschnittlicher Simple Plan-Klon herausstellen, dann würde „Believe“ direkt in Anschluss an diese Rezension ohne große Umwege in den sorgsamen Händen des örtlichen Entsorgungsbetriebes landen. Punkt. Die Tatsachen, dass ich diesen Silberling bis dato schon des Öfteren im Abspielgerät habe laufen lassen, bestätigt, dass an dem Dutzend Song durchaus etwas dran sein muss. Auch wenn Songs wie „Not OK“ und „My Weakness“ – komischer Weise stimmen die Titel mit der Bewertung voll überein – wirklich nicht okay beziehungsweise richtig schwach sind, rettet sich dieses Album vor dem Gnadenschuss, indem im Vorwege mit jeder Menge Drive und schicken Melodien agiert wird. Dass Poppunk trotz aller Abgedroschenheit vorzüglich sein kann, haben Bands wie Never Heard Of It bewiesen, und die Dog Eared Pages sind mit wenigen Ausnahmen nicht weit davon entfernt. Nummern wie „Out Of My Head“, „Break Me“ und „The Letter“ verfügen über eine ausgewogene Kombination aus poppiger Eingängigkeit und punkrockiger Energie. Die Geschwindigkeit zwischenzeitlich ein wenig höher anzusiedeln („Won’t Give Up“, „I Believe“, „Best Friends“) erweist sich ebenso als kluger Schachzug wie die Unterbringung massenhafter mehrstimmiger Passagen, die in diesem Genre schlichtweg das Salz in der Suppe sind.

Mit „Believe“ trotzen die Schleswig-Holsteiner zahlreichen bösen Vorahnungen. Nicht immer ganz eigenständig, aber dafür mit vielen gute Laune verursachenden Momenten ausgestattet, erspielen sich die Dog Eared Pages eine beachtliche Anzahl an Sympathiepunkten. Und trotzdem: Abrocken mit Simple Plan geht nicht. Bitte merken, ich frage ab!

03.10.2008 Jack