Tonträger

Tracklist

1. Let the blood run through the streets 
2. Halo
3. Hour of the time
4. To never return
5. Where we stand
6. Phoenix rising
7. Go it alone
8. All rise!
9. God's will
10. The fight goes on
11. Where we stand

PRO PAIN

No End In Sight

VÖ: 22.08.2008
Label: Rawhead Inc.
Web: http://www.pro-pain.com

Ich weiß, ich weiß, es entspricht einer absolut abgedroschenen Vorgehensweise, eine Rezension mittels einer Bezugnahme auf den Bandnamen oder den Albumtitel einzuleiten, aber in diesem Falle biedert sich ein solches Prozedere dermaßen an, dass man sich als Schreiberling einfach geschlagen geben muss. Dieses Mal befindet sich der Titel des neuesten Pro Pain-Sprosses – „No End In Sight“ – im Visier: Kein Ende in Sicht, Bandkopf Gary Meskil und seine Mannen musizieren immer noch fleißig herum und verewigen die Ergebnisse nach wie vor auf Tonträgern. Das klingt fast nach einem insgeheimen Wunsch, dass dem besser nicht so sein solle, was angesichts der zehn Songs auf diesem Album nicht komplett als Trugschluss aufgefasst werden darf.

„No End In Sight“ klingt selbstverständlich so, wie man es von den New Yorkern gewohnt ist. Gedrosselter Hardcore macht mit rustikalem Metal gemeinsame Sache, hier ein Riff-Gebolze, dort eine Doublebass-Attacke, und obendrauf gibt es Meskils knurrigen Gesang. Der Vielseitigkeit halber klingen einige Nummern leicht melodisch, wie beispielsweise in „Where We Stand“ oder „Hour Of The Time“, in dem Böhse Onkelz-Mann Stephan Weidner mitwirkt. Und wo wir gerade bei Gastmusikern sind, darf Cannibal Corpse-Gitarrist Rob Barrett nicht unerwähnt bleiben, der seinen Beitrag zum Song „Phoenix Rising“ leistet.

Diese Schützenhilfe verschont „No End In Sight“ allerdings nicht vor harscher Kritik, denn über in positiver Hinsicht bemerkenswerte Momente verfügt es kaum. Die gebotenen 40 Minuten besitzen etwa die Frische einer Narbe aus dem Zweiten Weltkrieg. Zurück zu den Wurzeln sollte es gehen, doch dass muss sicher nicht per se bedeuten, dass im musikalischen Sinne alte Hüte wieder aus der Mottenkiste hervorgekramt werden.

Auch wenn man Pro Pain zugestehen muss, dass sie sich über viele Jahre hinweg einen renommierten Status in der Welt der schweren Bretter erarbeitet haben, ist die Band nicht mit einem künstlerischen Freibrief ausgestattet. Es reicht eben nicht mehr, einfach nur noch harte Musik zu machen, sie darf auch gerne mit der notwendigen Nachhaltigkeit versehen sein. Und wenn die Kreativität versiegt, wenn ein Ende eventuell doch in Sicht ist, dann sollte man davor nicht die Augen verschließen.

24.09.2008 Jack