Tonträger

Tracklist

1. Fuck off and die
2. Degenerated
3. Come undone
4. Drool
5. Abandon
6. Voodoo love bow 
7. Idiots
8. The ship
9. Nomadic
10. Back on the juice
11. Where were you?
12. Zoe is a weirdo
13. Saved by the bell

Backyard Babies

Backyard Babies

VÖ: 15.08.2008
Label: Billion Dollar Babies
Web: http://www.backyardbabies-net.de/

An dieser Stelle stößt meine künstlerische Allgemeinbildung an ihre Grenzen: An das Werk welches Künstlers erinnert mich das Cover des aktuellen Albums der Bachyard Babies noch gleich? Ich habe die Handvoll Bauarbeiter, die sich auf einem Stahlträger in luftiger Höhe aufhalten, exakt vor Augen, doch mir fällt eine genaue Zuordnung eben nicht wie Schuppen von eben diesen. Sei’s drum, die vier Kerle aus Stockholm posieren frisch gestylt weit über einer imposanten Skyline und geben damit zu verstehen, dass sie sich den Weg nach ganz oben nicht katapultartig, sondern durch harte Arbeit angetreten haben.

Die Karriere der Skandinavier wurde in der Tat nicht mit einem Kran in kontinuierlicher Art und Weise nach oben gehievt, vielmehr traf sie nach dem äußerst erfolgreichen Album „Total 13“ ein wenig ins Ruckeln. Dass man nun ein selbstbetiteltes Album herausbringt, lässt zumindest die Schlussfolgerung zu, dass die Schweden sich auf alte Tugenden besinnen. Und diese entspringen eindeutig einer abwechslungsreichen Mischung aus sleazigem Hardrock und gedrosseltem Punkrock. Dabei zeigen sich die vier Nordmänner gegenüber neuartigen Experimenten wirklich nicht wohl gesonnen, sie verlassen sich umso mehr auf bodenständiges Rockmusik-Handwerk, das teils gar an Guns’n’Roses zu erinnern vermag („Voodoo Love Bow“). Und auch ein Song wie „Degenerated“ entspringt einer Zeit, in der moderat, aber schmutzig gerockt wurde. Erweckt die erste Hälfte der 13 Songs mit Ausnahme des Streetpunk-ähnlichen „Come Undone“ noch den Eindruck, dass die Backyard Babies kräftig und vor allen Dingen wenig spektakulär auf der Retro-Welle reiten, so geht es in der zweiten Hälfte wesentlich schwungvoller und hochwertiger ans Werk. Songs wie „Idiots“ und „Nomadic“ verdienen sich nicht zuletzt dank feiner Refrains viel Lob, hinzu kommt das temporeiche „The Ship“, das der Schwarte ordentlich den Staub abklopft.

Um dieses Album als Kracher zu bewerten, fehlt ihm natürlich die Konstanz. Dennoch besitzt dieser Silberling einige hitverdächtige Momente, die man seiner musikalischen Bildung nicht vorenthalten sollte.

24.09.2008 Jack