Tonträger

Tracklist

1. It's All over
2. Pain
3. Animal I Have Become
4. Never Too Late
5. On My Own
6. Riot
7. Get Out Alive
8. Let It Die
9. Over and Over
10. Time Of Dying
11. Gone Forever
12. One X

THREE DAYS GRACE

One-X

VÖ: 29.08.2008
Label: Gun Records
Web: http://www.myspace.com/threedaysgrace

Tja, in Kanada und den USA schon eine große Nummer und in Europa quasi unbekannt. Um es gleich vorweg zu nehmen. „One-X“ wird diesen Zustand sicherlich nicht ändern. Einzig Sänger und Gitarrist Adam Gontier dürfte als Gast auf dem Apocalyptica – Album  „Worlds Collide“ mit dem Song „I Don´t Care“ seinen Bekanntheitsgrad ein wenig zu erhöhen. Allerdings ist der Titel hier auch schon wieder Programm.

Noch dufter ist die Tatsache, dass sich mit Gun endlich eine Plattenfirma gefunden hat, die „One-X“ auf den deutschen  Markt wirft. Klingt auf Anhieb wenig interessant, aber die gute Scheibe hat nicht etwa dieses Jahr das Edelmetall in den USA und Kanada eingespielt, nein, vor genau zwei Jahren brachte „One-X“ Three Days Grace Ruhm und Ehre in Übersee. Hierzulande kommt der „One-X“-Zug mit großen Worten daher, aber die guten Kumpels wie Seether haben selbst die letzte Milchkanne abgefahren, um ihre zeitlich begrenzte Musik an den Dorfbewohner zu bringen.

Macht nichts, Sänger Gontier will auch zwei Jahre später noch von seinem Drogenentzug berichten und wie man diesen in belanglose Texte bzw. Songs umwandeln kann. Zum Beweis gibt es sogar eine der intelligenteren Songpassagen: 'Pain, I can't get enough - I rather feel pain than nothing at all'. Wie bitte? Selbst dieser kleine Auszug tut schon weh? Dann sollte man sich den Rest schenken und auf Bands umschwenken, die im cleanen Zustand Besseres kredenzen oder jedenfalls ihre Sucht pflegen und dadurch herrliche Alben herausbringen.

Die weiteren Lyrics kreisen, neben Schmerzen und Drogen, wohlbekannt und verlässlich um Selbstmord, Liebe, Selbstverwirklichung, Selbstmord, Gewalt, Depression und natürlich Selbstmord. Angereichert sind die Texte mit einigen guten Ratschlägen an die Zielgruppe. Die Standardballade in Form von „Over and Over“ zwingt einen förmlich dazu, den Sänger ein paar stimmungsaufhellende Substanzen zuzuwerfen oder selbst zu dem Sangriakanister vom letzten Jahr zu greifen.

Letztendlich bleibt festzuhalten, wer 3 Doors Down, Nickelback, Seether und die restlichen Spielverderber in seinem CD-Regal hat, der darf sich gern noch „One-X“ dazustellen oder das Geld den Lehman Brothers schenken. Beides sind ähnlich hervorragende Investitionen in die Zukunft.

16.09.2008 Tim