Tonträger

Tracklist

1.Bones
2.Favour
3.Who Are You?
4.V8 Steelheart
5.Down
6.Billy
7.Crash
8.Radio Graveyard
9.Strawberry Battlefields Forever
10.Bus Stop To Rooftop
11.Dead Sun
12.Dedel
13.Holiday
14.Whiskey
15.The Ballad Of A Lonely Schweinswal

ANA

Slowly Sinking Deeper

VÖ: 05.09.2007
Label: Rebel Recordings
Web: http://www.ana-music.com/

Ab und an bewirken Veränderungen tatsächlich eine Menge: Im Jahr 2000 wurde in Hamburg eine Band namens Anadrinksdogpiss ins Leben gerufen, die sich dem Punkrock verschrieben hatte. Und auch wenn stets davon abgeraten wird, von derlei Rahmenbedingungen nicht auf die musikalische Leistung zu schließen, ertappt man sich doch immer wieder dabei, letztere im Vorwege zu kategorisieren. Anadrinksdogpiss klingt nach einer Handvoll junger Frechdachse, die zu äußerst durchschnittlichen Klängen ein selten wirklich komisches Kasperletheater veranstalten. Hat man schon, braucht man nicht.

Nun jedoch hört besagte Combo auf den Namen ANA, was die ganze Angelegenheit wesentlich ernstzunehmender gestaltet. Wenn dazu noch die 15 Songs des frischen Albums „Slowly Sinking Deeper“ aus dem heimischen oder mobilen Boxen ertönen, wird es handfest: Die Hamburger Jungs rocken richtig gut! Keine Spur von Kaspermucke, stattdessen lässt sich eine gewisse Erwachsenheit heraushören, die den flotten Midtempo-Punkrock über den Brei der Chart-affinen Artgenossen locker hinwegschweben lässt.

„Slowly Sinking Deeper“ überzeugt durch seine Energie, seine Geradlinigkeit und seine Authentizität. Kein Bombast-Punkrock mit einer Vielzahl an Experimenten wird hier geboten, dafür gibt es Druck mit gelegentlichen Ecken und Kanten, zu denen unter anderem der charismatisch-raue Gesang gehört. Er verleiht den rund 50 Minuten auf dieser Scheibe nicht nur eine gewisse Portion Melancholie, die insbesondere bei der abschließenden Singer/Songwriter-Nummer „The Ballad Of A Lonely Schweinswal“ zum Tragen kommt, sondern darüber hinaus auch einen ungeschliffenen Charakter. Dementsprechend erscheint es nur verständlich, wenn Vergleiche mit famosen Künstlern wie Hot Water Musik oder Zuordnungen in das Streetpunk-Genre („V8 Steelheart“, „Radio Graveyard“) passieren, was absolut nachvollziehbar und zugleich sicher nicht die geringste Form der Wertschätzung ist.

Mit „Slowly Sinking Deeper“ verschwinden ANA keineswegs in der Versenkung, dafür allerdings in den Herzen der Freunde reifen, aber nicht überreifen Punkrocks, um sich dort langfristig einen festen Platz zu sichern.

09.09.2008 Jack