Tonträger

Tracklist

1. RDO
2. Racin’
3. Forget’em
4. The Anchor Song
5. Bootlegger Nation
6. It Takes You Away
7. Late Man
8. New Religion
9. In 2020
10. Take It On Trust
11. Rich & Sound
12. Gambian Bumsters
13. Your Ruin
14. We Got So Much More
15. Destination Youth
16. Red Rockets
17. Berlin City Rat
18. This Is Now

RADIO DEAD ONES

Radio Dead Ones

VÖ: 28.03.2008
Label:
Bad Dog Records
Web: http://www.radiodeadones.de/

Guten Streetpunk kann man jenseits des Ärmelkanals auf den britischen Inseln suchen, man muss als Bewohner deutschen Bodens jedoch nicht in die Ferne schweifen, um in diesem Genre etwas Gutes zu hören zu bekommen. Wie wäre es beispielsweise mit einem Abstecher in die Hauptstadt Berlin, die in den vergangenen Jahren die eine oder andere viel versprechende Rockmusik-Kapelle zum Vorschein bringen konnte? Berlin – sofort spucken die grauen Zellen Namen wie Die Ärzte, Beatsteaks oder Terrorgruppe aus, die zwar als musikalische Aushängeschilder fungieren, allerdings herzlich wenig Streetpunk spielen. Und so kommen Radio Dead Ones ins Spiel.

Die Tatsache, dass das Quintett bislang die Rolle des unbeschriebenen Blattes eingenommen hat, gehört ab sofort der Geschichte an, denn was sich auf dem selbst betitelten Album binnen 41 Minuten abspielt, verdient sich viel Aufmerksamkeit. Das durch die überflüssige Einleitung „RDO“ ausgelöste Kopfschütteln verwandelt sich schnell in ein taktkonformes Mitnicken zu dem flotten Punkrock-Rhythmus, der eine gute Grundlage für die unkomplizierten Melodien schafft. Insbesondere Songs wie „It Takes You Away“ und „Rich & Sound“ erwecken viel Sympathie für dieses Album, das des Öfteren an die U.S. Bombs oder Rancid („In 2020“) zu erinnern vermag. Als Mann fürs Grobe ist ein Herr namens Beverly Crime mit von der Partie, der mit seinem rotzigen Organ die Musik absolut authentisch gestaltet.

Wirkliche Schwächen weisen die insgesamt 16 Songs in der Tat nicht auf. Das klassische Songwriting erlaubt zwar wenig spektakuläre Momente, doch bekannter Maßen bietet der Streetpunk kaum Gelegenheiten für Experimente. Diese würden das vorliegende Werk auch nur durch irgendwelche hörsinnlichen Umleitungen lotsen, und das würde den auf dem Cover abgebildeten vier Schlangen mit Sicherheit mindestens vier bis sechs Giftzähne ziehen. Die bleiben drin, und genau so ergeht es auch dieser Scheibe im Abspielgerät.

20.07.2008 Tim