Tonträger

Tracklist

1. Auf drei  
2. Die Kinder wollen spielen
3. Manifest  
4. Mittendrin  
5. Costa Rica  
6. So einfach  
7. Sonntagskind
8. Was bleibt  
9. Ganz am Ende
10. Nichts bereuen
11. Jetzt erst recht  
12. 14 Kartons

DIE KLEINEN GÖTTER

Zuhause

VÖ: 23.02.2007
Label: Mossbeachmusic
Web: http://zuhauseimnetz.wordpress.com/

Home sweet home: Mit ihrem neuen Langspieler zeigen sich Die kleinen Götter stark heimatverbunden. Nicht nur der Albumtitel klingt nach einer vertrauten Umgebung, auch das Artwork entpuppt sich als stark bodenständig, entdeckt man die vier Bandmitglieder doch herumstehend auf dem heimischen Bahnhof im süddeutschen Konstanz. Während auf Gleis drei ein in die Jahre gekommener Zug nebst original Mitropa-Speisewagen einen Zwischenstopp einlegt, müssen Till Grusche, Tino Höfler, Frank Schock und Daniel Gerloff einen Bahnsteig weiter warten. Oder ist der Zug für das Quartett vielleicht schon abgefahren?

Nach dem ersten Durchlauf des Dutzend Songs und mit der bemerkenswerten Leistung des Vorgängers „Der Schatz der Riffpiraten“ zeigt sich ziemlich fix, wo die musikalische Zugfahrt hingeht, nämlich von der Ohrmuschel direkt in die Herzen der Hörer. Rockmusik-Combos, die auf deutsche Zeilen setzen, gibt es bekanntlich einige – Die Ärzte, die Sportfreunde Stiller, Kettcar, um einige wenige von ihnen zu nennen – und exakt in diese Liste dürfen sich mittlerweile auch Die kleinen Götter eintragen, denn ihre Musik steht den Leistungen der großen Genre-Lokomotiven in nichts nach. Frech wie die Schwarzfahrer kombinieren die Männer vom Bodensee den Spaßfaktor der Ärzte mit der Eigenwilligkeit der Sportfreunde Stiller und dem Hamburger Schule-Charakter von Marcus Wiebusch und Konsorten zu einer sehr ausgewogen rockenden Melange aus Punkrock und Popmusik. Dementsprechend kann relativ schnell nachvollzogen werden, für welchen Song welche Fahrkarte gelöst wurde. So wird bei Nummern wie „Auf Drei“, „Sonntagskind“ und „Nichts Bereuen“ eindeutig die Bundeshauptstadt angesteuert, bei „Mittendrin“ geht es hingegen eher in Richtung München. Von den Reisestrapazen erholen sich Die kleinen Götter abschließend bei dem ruhigen „14 Kartons“.

Dieses Album ist in keinster Weise ein Zug nach nirgendwo, sondern ruft Floskeln wie „Zuhause ist es doch am schönsten“ ins Gedächtnis. Freunde oben erwähnter Künstler sollten diese Bahn nicht verpassen, denn im Gegensatz zum Service des großen Personenbeförderers auf Schienen gibt es bei den kleinen Göttern einmal mehr keinen Anlass zu Beanstandungen.


20.07.2008 Jack