Tonträger

Tracklist

1. Line In The Sand
2. When The Rain Comes Down Again
3. Goodnight
4. Seventh Avenue Prophet
5. Towards Los Angeles  
6. I Miss You  
7. Another Attack  
8. The Wait (Part Ii)  
9. The Same (Doesn't Feel The Same)
10. Don't Believe In Love
11. Lucky Sometimes

 

ZOX

Line In The Sand

VÖ: 06.06.2008
Label: Side One Dummy Records
Web:
http://www.zoxband.com

Die Suche nach einem Album, das den Gehörgängen auf eine richtig angenehme Art und Weise schmeichelt, endet bei “Line In The Sand” von ZOX. Selten habe ich ein Album gehört, das das Prädikat „sympathisch“ dermaßen verdient hat. Mit den vorliegenden elf Nummern stellen die Jungs von der Ostküste ihr wirklich außergewöhnliches Gefühl für Stimmungswechselbäder unter Beweis und bestätigen darüber hinaus die Tatsache, dass ihre künstlerische Heimat, Sideonedummy Records, weitaus mehr ist als ein reines Punkrock-Label. Man muss an dieser Stelle den Machern Joe Sib und Bill Armstrong einmal ein großes Kompliment für ihr gutes Händchen machen, greift ihre aufstrebende kalifornische Plattenfirma nicht nur regelmäßig Bands ab, die bei den Majors durchgefallen sind (MXPX, Suicide Machines, Goldfinger), sie entdecken zudem in schöner Regelmäßigkeit junge Formationen wie Bedouin Soundclash oder Gogol Bordello, die man heutzutage nicht mehr missen möchte.

Zu letzterer Gruppe dürfen sich auch ZOX zählen, die mit „The Wait“ bereits für viel Aufsehen gesorgt haben und nun mit „Line In The Sand“ an das erfolgreiche Debüt anknüpfen möchten – was ihnen mit diesem Werk auf jeden Fall gelingt. An der Linie im Sand treffen sich Popmusik-, Indie- und Punkrock, um vollkommen unbekümmert den Schritt auf die gegenüberliegende Seite durchzuführen. Mit dem komplexen, aber trotzdem greifbaren Titeltrack wird sogleich jegliche trennende Markierung entfernt und somit der Weg geebnet für dynamische Rockmusik der reifen und gefühlvollen Art. Dass die Attribute ‚reif’ und ‚gefühlvoll’ nicht automatisch mit weinerlicher Durchschnittskost in Verbindung gebracht werden müssen, belegen ZOX mit einem vielseitigen Songwriting. Offenbart „When The Rain Comes Down Again“ noch den einen oder anderen tristen Moment, so lässt „7th Avenue Prophet“ die emotionale Sonne aufgehen, um die Hörer auf den puren Herzschmerz vorzubereiten, der in „I Miss You“ und „The Wait (Part II)“ vermittelt wird. Wem nach dieser Slalomfahrt der Befindlichkeiten nach entspannten Reggae-Klängen zumute ist, findet in „Towards Los Angeles“ den passenden Song, Rockenderes gibt es hingegen bei „The Same (Doesn’t Feel The Same)“ und „Don’t Believe In Love“.

Das Feine an diesem Album ist, dass die US-Amerikaner bei aller Vielseitigkeit niemals aufgesetzt wirken, sondern mir auf charmante Weise den Schluss abringen, dass „Line In The Sand“ mich irgendwie beeindruckt, ohne einen unbändigen Bewegungsdrang auszulösen. Diesen Musikern muss einfach zugehört werden.

20.07.2008 Jack