Tonträger

Tracklist

1. Chip
2. The lads who fought & won
3. The ballad of greyfriars Bobby
4. Kings of fife
5. Old becomes new
6. White knuckle ride
7. The maple trees remember
8. Anyone else
9. My mangy hound
10. Too many fingers
11. Drink some more
12. Guy on stage
13. Culling the herd

THE REAL MCKENZIES

Off The Leash

VÖ: 11.07.2008
Label: Fat Wreck Chords
Web: http://www.realmckenzies.com/

“Oot & Aboot” hatte mich seinerzeit auf den Geschmack gebracht, “10.000 Shots” hatte mein Herz im Sturm erobert, jetzt kommt “Off The Leash”, und wenn The Real McKenzies nicht vom Leibhaftigen geritten wurden, dann bescheren die Kanadier mir ein weiteres Album, das die pure Freude verbreitet. Dementsprechend wird die Hormonausschüttung schon einmal auf „glücklich“ vorprogrammiert, während der pressfrische Silberling seinem – hoffentlich dauerhaften – Schicksal namens CD-Player überlassen wird.

Der flotten Rotation entspringt der Opener „Chip“, der sich voll und ganz in die seit jeher eingeschlagene Folkpunk-Richtung der schottischen Art bewegt: Midtempo-Punkrock trifft auf Dudelsack-Klänge nebst dem bekannt authentischen Reibeisengesang von Paul McKenzie – zwar nicht sonderlich spektakulär, aber zum Anheizen keine schlechte Nummer. Auf diesem Level des Hörvergnügens angekommen, setze ich weitere zwölf Male zum Sprung auf die nächste Stufe der auditiven Stimulierung an, muss mich jedoch regelmäßig bei Fehlversuchen entdecken. Grund für mein ständiges Scheitern ist die Tatsache, dass dieses Album einfach nicht die Spielfreude und Zügellosigkeit seiner Vorgänger aufweisen kann, um das altbekannte Feuer zu entfachen. Insofern entpuppt sich der Titel „Off The Leash“ als ein wenig trügerisch, wirken die Real McKenzies auf diesem Longplayer doch meistenteils sehr gezügelt. Ausnahmen bilden die flotten „The Lads Who Fought And Won“ und „Too Many Fingers“, die sich jedoch nicht auf den „10.000 Shots“-Niveau befinden. Ansonsten schwankt „Off The Leash“ zwischen durchschnittlichem Folkpunk-Liedgut („Kings Of Fife“, „My Mangy Hound“) und relaxten Pub-Beschallern („The Maple Trees Remember“, „Guy On The Stage“), wobei der bislang für das Septett bekannte frickelige Abgeh-Faktor leider äußerst niedrig gehalten wurde.

Es fällt mir richtig schwer, dieses Album als herausragend zu werten, vielmehr überwiegt die Enttäuschung darüber, dass die Qualität der unmittelbaren Vorgänger nicht erreicht werden konnte, zumal die keltischen Kanadier personell unter anderem mit Little Joe Raposo (Ex-RKL) und Sean Sellers (Ex-Good Riddance) über ein gehöriges Potential verfügen. Vergebens erscheint im Laufe der 38 Minuten Musik die Warterei auf die Ausschüttung von Adrenalin und Dopamin, dafür ähnelt ihre Wirkung tendenziell dem Hormon Melatonin, das das Sandmännchen bei seiner Arbeit unterstützt.

20.07.2008 Jack