Tonträger

Tracklist

1. Rich girl
2. The Boxer
3. Country roads
4. I write the songs
5. Sodomy
6. You've got a friend
7. Mahagony
8. Mother and child reunion
9. Only the good die young
10. Coming to america
11. The harder they come
12. Don't let the sun get down on me 

ME FIRST AND THE GIMME GIMMES

Have Another Ball

VÖ: 04.07.2008
Label: Fat Wreck Chords
Web: http://www.gimmegimmes.com

Wer hätte geahnt, dass sich hinter dem Namen Me First And The Gimme Gimmes richtig rücksichtvolle Menschen befinden? Diesen äußerst positiven Charakterzug offenbart die Auswahltruppe aus dem Fat Wreck-Kader im Zuge ihres mittlerweile zehnjährigen Bestehens. Exakt eine Dekade ist es her, dass das musizierende Konglomerat mit dem Album „Have A Ball“ sich ein in Punkrock-Kreisen gern genutztes Prozedere zur Maxime machte, nämlich angestaubte Klassiker zu flotten und darüber hinaus hörenswerten Nummern zu transformieren. Vorlagen gab es natürlich zu genüge, weswegen die Gimme Gimmes einst mit einem Doppelalbum aus den Startlöchern kommen wollten. Doch wären die Hörer dieser Kreativ-Lawine gewachsen gewesen? Das Quintett ging auf Nummer sicher und beließ es vorerst bei einem Dutzend Songs.

Unter dem Titel „Have Another Ball“ folgt der zweite Schwung aus der frühen Schaffenszeit der Kalifornier. Eine kritische Zunge spricht auch gerne vom zweiten Anzug des Erstlingswerks, immerhin haben Me First And The Gimme Gimmes nahezu simultan zur Veröffentlichung von „Have A Ball“ einen gehörigen Schwung an Singles herausgebracht, auf deren B-Seiten eben Songs wie John Denvers „Country Roads“, Billy Joels „Only The Good Die Young“, Elton Johns „Don’t Let The Sun Go Down On Me“ oder „The Boxer“ von Simon & Garfunkel vertreten sind. Wen also die Sammelleidenschaft gepackt hat und sich im Besitz der relativ raren Singles befindet, auf den wartet in diesem Fall lediglich eine Zusammenstellung bereits bekannter Songs mit den Vorteilen, dass man erstens nicht nach jedem Stück einen Plattenwechsel vornehmen muss, und zweitens, dass die zwölf Tracks klangtechnisch ein wenig aufpoliert wurden. Auf wirklich Unbekanntes wartet man allerdings vergebens.

Bevor dieses Album jedoch komplett als überflüssiger Lückenbüßer gebranntmarkt wird, sei erwähnt, dass besagte Single-Flut nur in jeweils geringer Stückzahl unter das Volk gebracht wurde. Selbst über renommierte Online-Auktionshäuser sind die frühen Vinylauskopplungen schwer oder gegen monetäre Unsummen zu beziehen, was dieser Kompilation durchaus einen Sinn gibt. Noch etwas vergessen? Ach ja, die Umsetzung der Originale: Einige wenige Durchhänger („Coming To America“), ansonsten Spaß im Quadrat.

20.07.2008 Jack