Tonträger

Tracklist

1. Intro
2. We Apologize
3. Shroom!
4. Jenna
5. El Trompetista Es Un Borracho
6. Las Vacas Son Las Vacas Mas Grandes Del Mundo
7. 1000 Innocent Lives
8. Food Wars
9. Leaving
10. Hamburg Rock City
11. Outro

LOUI VETTON

Off The Hook!

VÖ: 03.03.2008
Label:
Fatsound Records
Web: http://www.louivetton.de/

Es bedarf schon einer gewissen Tollkühnheit, sich als Band in leicht stilisierter Fassung an dem Namen eines renommierten französischen Kofferherstellers zu orientieren. Loui Vetton stammen aus Hamburg und haben sich dem Skapunk verschrieben – ebenfalls eine relativ heikle Angelegenheit, denn was heutzutage für die Markentaschen gilt, kann durchaus auch auf dieses Genre zutreffen: Haben wir es hier mit einem qualitativ hochwertigen Original zu tun oder sind wir dem Plagiat aus den Köpfen suspekter Elemente auf dem Leim gegangen?

Das musikalische Transportmittel gehört also eindringlich untersucht, schließlich wird der Skapunk nach wie vor von einer – wenn auch abnehmenden – negativen Aura umgeben, die einstige Flut absolut katastrophaler Nachahmungen machte es möglich. Doch Loui Vetton machen auf dem schlüpfrigen Terrain eine erstaunlich gute Figur für eine Formation aus deutschen Landen. Die Nähte halten, der Aufdruck blättert nicht frühzeitig ab, und die gesamte Konstruktion hält anspruchsvollen Belastungen stand, soll heißen, dass hinter diesem Longplayer Leute stecken, die ihr Handwerk verstehen. Zwischen instrumentalem Intro und Outro befinden sich neun hörenswerte Skapunk-Nummern, die zumeist der klassischen Machart entspringen. Das facettenreiche „We Apologize“ deutet bereits frühzeitig die Vielseitigkeit des norddeutschen Fünfers an, der regelmäßig Tempo und Intensität variiert.

Schon bei der ersten Herz- und Nierenprüfung der rund 40 Minuten (Achtung: Ein altes Relikt namens geräuschlose Nachspielzeit sorgt für überflüssigen Stauraum) sind die Quellen der Inspiration der Hansestädter mehr als deutlich auszumachen. Die Mad Caddies und Less Than Jake scheinen hauptsächlich für den Entwurf von „Off The Hook“ Modell gestanden zu haben. Auf eine andere Weise lassen sich die zahlreichen Uptempo-Passagen, der Piraten-Touch („Shroom!“) und die entspannten Ska-Momente („Foodwars“, „1.000 Innocent Lives“) schwer erklären. Und wo das Namedropping gerade in Gang gebracht wurde, seien auch noch die Voodoo Glow Skulls genannt, allerdings borgen sich Loui Vetton mitnichten deren Hektik, sondern vielmehr deren sprachliche Vielfalt. Bei „Las Vacas Son Las Vacas Mas Grande Del Mundo“ paaren sich spanische Zeilen mit ausgelassener Abtanz-Stimmung, die auf direktem Wege in die Kniescheibe geht.

Bei „Off The Hook“ handelt es sich um ein Original mit dem kleinen Manko, dass ihm zu einem echten Spitzenprodukt noch ein wenig an Hitpotenzial mangelt. So wirken einige Phasen sehr traditionell und zaghaft, was das Verlangen nach einer höheren Risikobereitschaft aufkeimen lässt. Dennoch setzen Loui Vetton mit diesem Album eine angenehme Hörmarke, die für die Zukunft einiges zu versprechend weiß.

20.07.2008 Jack