Tonträger

Tracklist

1. (Sleep Tight)
2. Believer
3. Lips Like Morphine
4. Boys & Girls
5. The Songs That Saved My Live
6. Crazy Angel
7. 10 More Minutes With You
8. The Collapse
9. Love You To Death
10. Kennedy
11. Black Poisoned Blood
12. They Can’t Save Us Now
13. (Life In The Arctic)

KILL HANNAH

Until There’s Nothing Left For Us

VÖ: 23.05.2008
Label:
Roadrunner Records
Web: http://www.killhannah.com/

Roadrunner ist die Fabrik, in der die harten Bretter produziert werden. Dass man aber auch mit weicheren Klängen kräftig Erfolg haben kann, bestätigen Bands wie Nickelback, Stone Sour und nicht zuletzt Madina Lake, die dem einst im niederländischen Amsterdam gegründeten Label ein neues Gesicht verliehen. Und jetzt kommen Kill Hannah, die mit „Until There’s Nothing Left For Us“ diesen Trend fortsetzen und dabei für eine Menge erstaunter Gesichter sorgen.

Das schöne am Staunen ist, dass diese Reaktion so flexibel eingesetzt werden kann. Im Falle dieses Werkes resultiert das Mimenspiel aus einer äußerst zweifelhaften Leistung der Band  aus Chicago. In Bezug auf die dargebotenen 15 Songs entpuppt sich die Sachlichkeit als eine schwierige Disziplin, denn im Grunde gleicht das Liedgut auf diesem Album einer Frechheit sondergleichen. Vier von Kopf bis Fuß adäquat aufgetakelte Emo-Jünger, die dem Anschein zufolge den Kursus im authentischen Posieren – ja, die betrübten Blicke auf den Fußboden sind selbstverständlich auch mit von der Partie – mit Bravour gemeistert haben, bieten einfach gestrickte emotionale Rockmusik mit wenigen Höhen, dafür jedoch mit einer Vielzahl an Tiefen.

Beginnen wir aber mit den positiven Aspekten, zu denen ohne Zweifel die Produktion gehört. Für diese zeigt sich sogleich eine ganze Gruppe an Produzenten verantwortlich, an deren Spitze Johnny K. steht, der lediglich einige Alben für die Metalcombo Disturbed aufpoliert hat. Unterstützung gab es allerdings von renommierten Größen wie Sean Beavan (Marilyn Manson, Nine Inch Nails, Slayer) und Chris Lord-Alge (Green Day, AFI, My Chemical Romance), so dass soundtechnisch wirklich nichts schief gehen konnte. Nur leider kann man aus einem alten Droschkengaul kein Rennpferd machen, indem man ihn fleißig striegelt.

Die musikalischen Ergüsse Kill Hannahs klingen mit wenigen Ausnahmen („Love You To Death“) schlichtweg belanglos. Ansonsten gibt sich das Quartett im Stile der Angels & Airwaves atmosphärisch opulent („Crazy Angel“) oder schrecklich massentauglich bis deutlich entwicklungsbedürftig. Mat Devines knabenhaftes Organ in Kombination mit Zeilen aus dem Liebesgedicht eines Siebtklässlers erinnern eher an eine Schülerband denn an eine Formation, die bereits seit 13 Jahren im Musikgeschäft aktiv ist. Dementsprechend erscheint es mit schleierhaft, wie eine gestandene Band derart oberflächliche Töne von sich geben kann. Nein danke, ich halte Abstand.

06.07.2008 Jack