Tonträger

Tracklist

1. 1995
2. Nothing To Prove (Feat. Roger Miret)
3. Sunday
4. A Thin Line (Feat. Freddy Criecen)
5. Unconditional
6. Still Here (Feat. Civ)
7. Fairweather Friend (Feat. Kevin Seconds & Lou Koller)
8. Heart On My Sleeve
9. Mitts
10. What Happened (Feat. Matt Skiba & Lou Koller)

H2O

Nothing To Prove

VÖ: 20.06.2008
Label: Bridge Nine Records
Web: http://www.h2ogo.com/

H2O GO! – Die Kinderstimme zu Beginn dieses Albums spricht vielen Fans des melodischen Hardcores aus der Seele. Die schöpferische Pause wurde zu den Akten gelegt, so dass die New Yorker Band mit „Nothing To Prove“ nach sieben langen Jahren endlich wieder ein neues Studioalbum vorlegen kann. Gut Ding will eben Weile haben, oder?

Fakt ist, dass sich H2O in die Liste der Combos eintragen darf, die den Schritt zu einem Majorlabel wagten – in diesem Falle war es MCA – und dort kräftig auf die Nase fielen. „Go!“ konnte nicht wirklich an die Erfolge seiner Vorgänger anknüpfen, so dass ziemlich schnell Funkstille herrschte. Nun zeigt sich die Band erholt und mit der Rückendeckung des Hardcore-Indies Bridge Nine Records adäquat ausgestattet. Der Opener „1995“ ist nicht nur eine Hommage an alte Zeiten, es dokumentiert zudem, wie seinerzeit musiziert wurde, nämlich rasend schnell und höchst eingängig. H2O kommen optimal aus den Startlöchern und halten das Tempo bei „Nothing To Prove“ und „Sunday“ weiterhin hoch, wobei letzterer Song mit seinem schicken Refrain dem Trommelfell schmeichelt. Ebenfalls sehr zu gefallen weiß das wunderbar melodische „Unconditional“.

Blöder Weise besitzt „Nothing To Prove“ auch seine Schwächen. Eine von ihnen liegt in der Quantität: Ganze zehn Nummern nach sieben Jahren Abstinenz sind eine enorm magere Ausbeute. Gerne erinnern wir uns an die kreative Fülle auf Alben wie „Thicker Than Water“ oder „FTWW“ und schmachten aktuell nach mehr als rund 25 Minuten Musik, die dank Produzent und New Found Glory-Gitarrist Chad Gilbert besser denn je klingen. Mit den Monologen zwischen den Songs wurde ein vernachlässigungswürdiges Relikt aus vergangenen Zeiten wieder aufgewärmt, und auch textlich braten Toby Morse und Gefolge immer noch im bekannten Saft. Statements wie „Me and all my friends“, „My friends look out for me like family“ oder “Still here after all“ finden auch auf “Nothing To Prove” eine Berücksichtigung. Vielleicht hätten sich H2O ein paar Tipps von renommierten Sangeskollegen wie Roger Miret (Agnostic Front), Freddy Criecen (Madball), Civ, Kevin Seconds (7 Seconds), Lou Koller (Sick Of It All) oder Matt Skiba (Alkaline Trio) holen können, schließlich sind diese allesamt auf dem Album zu hören.

H2O sind zurück, können allerdings nicht auf ganzer Linie überzeugen. Und auch wenn die Band mit dem Albumtitel konstatiert, dass sie keinerlei Beweis schuldig ist, so wünsche ich mir jedoch, dass sie sich zumindest dezent verpflichtet fühlen, in Zukunft ein wenig großzügiger zu sein.

23.06.2008 Jack