Tonträger

Tracklist

1. Soldiers Of Misfortune
2. What's Next
3. The Wake
4. Cold (Anthem For The Damned)
5. Hatred Is Contagious
6. Lie After Lie
7. Kill The Day
8. The Take
9. I Keep Flowers Around
10. In Dreams
11. Only You
12. Can Stop ThisBonus Tracks
13. Soldiers Of Misfortune Richard Patrick And Timmy The Terror Brade Runna Mix)
14. Kill The Day (Ben Wise Club Mix)
15. The Take (Stormin Norman Mix J.O`B.)
16. Soldiers of Misfortune (Video)

FILTER

Anthems For The Damned

VÖ: 06.06.2008
Label: Premium Records
Web: http://www.officialfilter.com/

“Peace Sells… But Who´s Buying” fragten schon die Mannen um Dave Mustaine. Jetzt kommt nach sechs Jahren Pause Richard Patrick von seiner Ranch und serviert uns 65 Minuten „Anti Kriegs, pro Truppen-Songs“ unter dem  vielsagenden Titel „Anthems For The Damned“.

Die erste Single „Soldiers Of Misfortune“ lässt neben dem Albumtitel schon erahnen, worum es textlich in diesem Album geht. Der Track erzählt die Geschichte eines Filter-Fans, der sich als Reservist eingeschrieben hatte, um so seine College-Kosten bezahlt zu bekommen. In seinem letzten Jahr am College wurde er in den Irak beordert, wo er nach nur wenigen Tagen Dienst fiel.

Um nicht nur mit ein paar neuen Songs nach einer langen Zeit vor die Tür zu treten, holte sich Patrick gleich ein paar bekannte Namen an Bord, da Songtexte zu dem militärischen Amoklauf der US-Amerikaner im Irak schon lange niemanden mehr von den Sitzen reißt. Daher greifen jetzt John 5, ex Gitarrist von Marilyn Manson, und der frühere Vorzeigegitarrist, Wes Borland, aus dem Hause Limp Bizikit in die aktuelle Filter – Geschichte ein. Komplettiert wird die Combo durch Josh Freese, der schon für diverse Größen wie Nine Inch Nails, The Offspring, The Vandals usw. an der Schießbude gesessen hat.

Namen sind schön, aber wer so lange von der Bildfläche verschwunden war, der muss schon mehr als ein paar aussortierte Musikgrößen bieten, um an die Hochkaräter „Hey Man, Nice Shot“, „Where Do We Go From Here?“, „Take A Picture“ oder „One“ heranzukommen. Viele Altstars haben in den letzten Monaten ihren guten Ruf mit einem neuen Album aufs Spiel gesetzt, weil sie sich sicher waren, dass ein Aufguss alter Songs ausreichen sollte, um die Fans wieder zu reaktivieren.

Die schon oben erwähnte Single „Soldiers Of MisFortune“ lebt von der außergewöhnlichen Stimme von Richard Patrick, die diese vor einer Verwechslung mit U2 rettet, da das Drumherum schon sehr an das Material der Iren angelehnt ist.

„What´s Next“ tritt dann das Pedal schon kräftiger in Richtung Bodenblech, ohne aber an die großen Rocknummern der Vergangenheit heranzureichen. „The Wake“ und „Cold (Anthem For The Damned)“ nehmen schon merklich Gas weg, um dann den Weg für „The Kill“ zu ebenen. Langsam und gemächlich hangelt sich Richard Patricks von Song zu Song, ohne die Aggressivität vergangener Tag auszupacken. „Can Stop This“ muss gänzlich auf die Präsenz von Herrn Patricks verzichten. Möglicherweise steht die Stille für ein neues Filter – Zeitalter, um auf Dinge aufmerksam zu machen, ohne dabei gleich als geistiger Bruder des scheidenden US-Präsidenten Bush bezeichnet zu werden.

14.06.2008 Tim