Tonträger

Tracklist

1. Half-Truism
2. Trust In You
3. You're Gonna Go Far, Kid
4. Hammerhead
5. A Lot Like Me
6. Takes Me Nowhere
7. Kristy, Are You Doing OK?
8. Nothingtown
9. Stuff Is Messed Up
10. Fix You
11. Let's Hear It For Rock Bottom
12. Rise And Fall

THE OFFSPRING

Rise and Fall,Rage and Grace

VÖ: 13.06.2008
Label:
Song BMG
Web:
www.offspring.com

Es hatte schon etwas von Guns’n’Roses, was The Offspring im Vorwege zu diesem Werk veranstaltet haben. Kommt ein neues Studioalbum? Und wenn ja, wann soll es das Licht der Welt erblicken? Wird es in die Fußstapfen des Vorgängers „Splinter“ wandeln und uns erneut herb enttäuschen? Wer nicht fragt, bleibt dumm…

Sicher ist soviel: Das Quartett aus Orange County hat eine Menge wieder gut zu machen. Seit 2003 haben Dexter Holland und seine Mannen auf frisches Liedgut warten lassen und Durchhalteparolen in Form von einem grauenhaften Greatest Hits-Album geschwungen. Auf diesem befindet sich unter anderem das bis dato unveröffentlichte und wenig bemerkenswerte „Can’t Repeat“, das die lange Durststrecke zwischenzeitlich ein wenig verkürzen sollte. Man schien sich irgendwie im Kreis zu drehen und wirkte nicht sonderlich produktiv.

Allen Auflösungsvermutungen zum Trotze hielten The Offspring an der Ankündigung eines neuen Albums fest. Doch im Gegensatz zu Axl Rose, der aktuell immer noch fleißig ankündigt, haben die kalifornischen Punkrock-Recken Taten folgen lassen. „Hammerhead“ lautet der Titel des neuesten Sprosses nach jahrelanger kreativer Abstinenz, und er ließ Gutes erahnen: Der Song besitzt Druck, Tempo, Eingängigkeit – Charakteristika, die The Offspring den Weg nach ganz oben ebneten.

Erlebt die Band mit „Rise And Fall, Rage And Grace“ also ihren zweiten Frühling? Zu Beginn dieses Albums macht es tatsächlich den Anschein. „Half-Truism“, „Trust In You“, „You’re Gonna Go Far, Kid“ und besagtes „Hammerhead“ machen ordentlich Dampf und begeistern zugleich mit unzähligen mehrstimmigen Gesangspassagen. Doch schon im Anschluss geht den alten Herren die Puste aus, bescheren sie eine unspektakuläre Midtemponummer nach der anderen. Abgesehen von wenigen hörenswerten Momenten („Kristy, Are You Doing Okay“) regiert die pure Langeweile – keine Spur mehr von Ohrwürmern wie „Come Out And Play“, die jedem im vielen Jahren noch ein Begriff sein werden. Besonders brenzlig wird es bei der abschließenden Nummer „Rise And Fall“, die zwar wieder gut ins Ohr geht, aber dermaßen an Green Days „American Idiot“ erinnert, dass einem schon fast Angst und Bange wird ob der Bands schöpferischer Fähigkeiten.

Mit dem Titel „Rise And Fall, Rage And Grace“ treffen The Offspring die durchlebte Gefühlsachterbahn während des Hörens ihren neuesten Werkes auf den Punkt. Anfangs geht es steil bergauf, dann fällt es in ein tiefes Loch. Das relativ schwache Resultat nach so vielen Jahren löst ein gewisses Wutgefühl aus, hatte ich persönlich doch wesentlich mehr erwartet als drei, vier starke Songs. Dementsprechend muss der Vierer auf die Gnade der Fans hoffen, ich hingegen schreibe The Offspring langsam aber sicher ab.

10.06.2008 Jack