Tonträger

Tracklist

1. Hyperborea
2. Murder
3. The startling secret of super sapphire
4. The beach
5. Face of bear
6. Crickets
7. New York City
8. Sex raptor
9. Broken trail
10. The red tornado
11. Treasure train
12. His purple majesty
13. Kangarooster meadows
14. Rotting horse
15. I think we are both suffering from the same crushing metaphysical crisis
16. Lif

HORSE THE BAND

A Natural Death

VÖ: 16.05.2008
Label:
Ferret Music
Web:
www.horsetheband.com

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? So dachten es sich wahrscheinlich auch fünf junge Amerikaner, als sie anfingen, gemeinsam zu musizieren und sich auf keine konkrete Stilrichtung einigen konnten. Also verschrieben sie sich der musikalischen Komplexität, hielten es mit dem Bandnamen recht schlicht. Als Ausgleich, schließlich kann man sich Horse The Band so schön merken.

Kaum ist „A Natural Death“ gestartet, drängt sich der Verdacht auf, es stünde ein Pferd auf dem Flur. Im Galopp prügelt sich das Quintett durch ein Wechselbad der Stimmungen. Waschechter Post-Hardcore vermischt sich mit klassischen Synthesizer-Sounds zu einem Klon, der lange Zeit nach einer Bezeichnung gesucht hat und nun auf den Terminus Nintendocore hört. Man stelle sich vor, Refused zu Zeiten von „The Shape Of Punk To Come“ würden ihre Vielseitigkeit und Vertracktheit noch gehörig steigern und dazu ein Telespiel der ganz alten Schule oder einen antiken Commodore C64 inklusive Ton laufen lassen.

Gefasst machen darf man sich auf fulminante 16 Songs, die ungefähr so angenehm sind wie ein Ritt auf einem tollwütigen Rodeo-Zossen. Nahezu jede Nummer überrascht mit plötzlichen Richtungswechseln von düsterem Grindcore zu Diskoklängen der Achtziger („Sex Raptor“), zwischendurch werden poppige Passagen eingebaut, ehe ein kurzer Abstecher zum Synthie-Punk („Kangarooster Meadows“) vorgenommen wird. „The Red Tornado“ macht seinem Titel alle Ehre und offenbart brachialen Hardcore der rasanten Art, während kurz zuvor mit dem ausschließlich instrumentalen „Broken Tail“ einen Gang zurück in den lockeren Trab geschaltet wird. Gekrönt wird „A Natural Death“ von dem über sieben Minuten langen „I Think We Are Both Suffering From The Same Crushing Metaphysical Crisis“.

Dieses Album besitzt eine ganze Menge Ecken und Kanten, schafft es jedoch, eine komplette Überfrachtung zu vermeiden. Trotzdem ist „A Natural Death“ weder Pony noch träges Brauereipferd, sondern ein ausgewachsenes Schlachtross, das wuchtig austritt. Das Nervenkostüm sollte in jedem Fall intakt sein.

25.05.2008 Jack