Tonträger

Tracklist

1. Sound minds     
2. Bat wings
3. The desperate age
4. Lemmings
5. Speak your words
6. Definitions
7. The glory days
8. Convictions
9. Risk it all
10. The awakening
11. What happens in Viper City, stays in Viper City

 

FAREWELL TO FREEWAY

Definitions

VÖ: 29.02.2008
Label:
Victory Records
Web:
www.farewelltofreeway.com

Definitionen können eine durchaus hässliche Angelegenheit sein. Wer einmal die universitäre Schulbank gedrückt hat, erinnert sich mit Schrecken an die Prüfungsmomente, in denen der Wunsch nach einer bestimmten Begriffserläuterung aufkeimte. In diesem Sinne: Werter Prüfling, bitte definieren Sie mir doch einmal den Begriff ‚Screamo’! Und schon fällt die Klappe ob des ungeliebten Terminus. Da momentan sicher vieles besser anmutet als dieses ausgemergelte Genre, setzen Farewell To Freeway voll auf ihre Cleverness, indem sie sich selbst als Band bezeichnen, die „Melody & Edge“ spielt, also Screamo, aber dann auch wieder nicht – schließlich möchte man sich nicht auf der Stelle als Trittbrettfahrer zu erkennen geben.

Dies geschieht jedoch gleich beim Opener „Sound Minds“. Eine gebrüllte Strophe geht in einen gesungenen Refrain über, dann wieder eine wutschnaubende Strophe, und mittendrin wird noch der eine oder andere Riffbolzen inklusive entsprechender Doublebass-Einlagen verankert. Nennt es „Melodien mit Kanten“, „Metalcore“ oder von mir aus „Wurst im groben Darm“ – auf „Definitions“ spielt sich nichts anderes ab als typischer Screamo. Der Bulle kann noch so viel zappeln, das Vieh ist gebranntmarkt. Dabei merke man sich das oben bereits erwähnte Schema, denn es kommt bei einer Vielzahl der elf Songs zum Tragen. Ob die Nummer nun „Lemmings“ heißt, „The Glory Days“ oder „Bat Wings“ – das kanadische Quintett bleibt seiner eingeschlagenen Linie größtenteils treu, und die entpuppt sich als relativ öde. Im Grunde besitzt nur der abschließende Vollgas-Song „What Happens In Viper City, Stays In Viper City“ die Qualität, um für Aufsehen zu sorgen, der Rest klingt schrecklich aufgesetzt. Die Tatsache, dass Farewell To Freeway bei ihrem Schaffen der Wut den melodischen Momenten den Vorrang gewähren, sorgt für wenig Besserung.

„Definitions“ stellt das Debüt der Band auf dem etablierten Label Victory Records dar, es stellt sich dabei jedoch die Frage, wann die selbsternannte Nummer eins unter den unabhängigen Plattenfirmen der Vereinigten Staaten einmal wieder mit einem bemerkenswerten Album aufwarten kann. Farewell To Freeway gelingt dies jedenfalls nicht.

24.05.2008 Jack