Tonträger

Tracklist

1. Hail destroyer
2. Harem of scorpions
3. Deathsmarch
4. Regret
5. Bastard's waltz
6. Sorceress
7. Lucifer's rocking chair
8. Let it pour
9. Smiling politely
10. Pray for darkness
11. PMA 'til I'm DOA
12. Zed's dead, baby

CANCER BATS

Hail Destroyer

VÖ: 23.05.2008
Label: Vagrant Records
Web:
www.cancerbats.com

Gehen wir einmal ganz investigativ an die Sache heran: Ich habe es hier mit einem mir bislang unbekannten Vertreter aus dem Musikgeschäft zu schaffen. Allerdings bringen Band- und Albumnamen die Begriffe „Krebs“, „Fledermäuse“, „Zerstörer“ und die altertümliche Grußformel „Heil“ ins Spiel, was darauf schließen lässt, dass es sich bei den Cancer Bats sicherlich nicht um eine schnieke Boygroup handelt und „Hail Destroyer“ mitnichten ein mit zuckersüßen Liebesperlen gefüllter Silberling ist. Als wesentlich wahrscheinlicher stellt sich die Tatsache dar, dass auf diesem Langspieler mit der groben Kelle serviert wird.

Auf eine Bestätigung muss nicht lange gewartet werden. Mit dem Titelsong startet „Hail Destroyer“ in zwölf Runden amtliche Maloche mit Presslufthammer und Abrissbirne, verzichtet dabei jedoch auf einen unkontrollierten Einsatz der Werkzeuge, soll heißen, dass die Kombination aus Metal, Hardcore und einem Schuss Punkrock mächtig knallt, aber eben nicht ausschließlich. Ansonsten bestünde für die Krebs-Fledermäuse die Gefahr, einen grobschlächtigen Bolzen zu produzieren, der jegliches Gespür für ein sinnvolles Songwriting vermissen lässt.

Stattdessen aber gönnen sich die Kanadier einen dezenten Variantenreichtum, indem sie regelmäßig die Schlagzahl erhöhen beziehungsweise herunterschrauben. Dementsprechend schleppend geht es bei „Bastard’s Waltz“ und „Lucifer’s Rocking Chair“ voran, ehe bei „Sorceress“ und insbesondere dem pfeilschnellen „Pray For Darkness“ zur intensiven Sohle auf dem Parkett motiviert wird – eine harte Trainingseinheit für körperliche Verfassung.

Vor rund vier Jahren fanden sich die Musiker zusammen und haben seitdem vieles richtig gemacht. So darf es gerne als perfekte Promotion bezeichnet werden, das Erstlingswerk „Birthing The Giant“ am 06.06.06, dem teuflischsten Tag der Zeitrechnung, zu veröffentlichen. Der Gigant ward zum Leben erweckt, nun wird kräftig zerstört. Damit „Hail Destroyer“ über die notwendige Durchschlagskraft verfügt, gab es Unterstützung vom Produzententeam, bestehend aus Eric Ratz, Kenny Loung (Billy Talent) und Greg Below (Alexisonfire). Außerdem dürfen mit Benjamin Kowalewicz (Billy Talent), Tim McIlrath (Rise Against) und Wade MacNeil (Alexisonfire) drei gute Kumpels den gesanglichen Vorschlaghammer mitschwingen. Fazit: Wenn die Cancer Bats ihrer Linie treu bleiben, wird die musikalische Planierraupe schon bald jede Menge Trommelfelle bearbeiten.

14.05.2008 Jack