Tonträger

Tracklist

1. Intro
2. Subway Sewer Rats
3. Johnny
4. You Make Me Sick
5. Not Like You
6. The End
7. Riding Downtown
8. Something Wrong
9. Big City Miles
10. Denise
11. Sell Out
12. Reach Out For Me
13. Johnny & The Ghost
14. You Make Me Sick(German Version)

THE SEWER RATS

Rat Attack

VÖ: 04.04.2008
Label:
Bitzcore
Web:
http://www.sewerrats.de/

Drei Köl’sche Jungs machen Musik. Diese Fakten reichen bereits aus, um die ersten Vorahnungen bezüglich der Stilrichtung aufkeimen zu lassen. Denn so schön als Stadt ist, für seinen Karneval bis über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt zu sein, so schwierig erscheint es für die aus dieser Stadt stammenden Bands, nicht per se in den großen Topf der entsprechenden Stimmungsformationen geworfen zu werden. Mit derartigen Spießgesellen haben die Sewer Rats nämlich nur eine Sache gemein: Wenn sie zum Tanze aufspielen, dann kocht die Bude.

Das schöne an den insgesamt 14 Songs auf „Rat Attack“ ist, dass man sie sich nicht hörenswert trinken muss. Nach einer sehr kurzen und vernachlässigenswerten Einleitung, für die die Kölner Kanalratten Mad Sin-Stimme Köfte DeVille einspannen konnten, geht reichlich die Post ab. Und auch wenn Äußerlichkeiten wie ein Kontrabass, Lederjacken und Sonnenbrillen der Vermutung, es handele sich hier um eine astreine Rockabilly-Combo, Nährboden verschaffen, so haben wir es bei diesem Album in erster Linie mit Punkrock zu schaffen und erst in einer der darauf folgenden Linien mit Genres, die mit der Bezeichnung für ein weltbekanntes Regalsystem enden.

Punkrock also. Das Tempo ist durchweg hoch, die Songs gehen flott in die Beine, insbesondere, wenn die mehrstimmigen Refrains zum Mitmachen einladen, beispielsweise bei „Big City Miles“. Die Dynamik Rancids – Frontpseudonym Chris Kickass könnte übrigens rein vom Outfit her als Tim Armstrong-Klon durchgehen orientiert sich stimmlich ebenfalls in einem gewissen Maße an diesem – trifft auf die Catchiness von Social Distortion und The Clash. Die einzige Schwachstelle an „Rat Attack“ bildet das abschließende „You Make Me Sick“ in der deutschen Version. Welchen Sinn es macht, einen bereits in englischer Sprache vorhandenen Song noch einmal mit stellenweise deutschen Zeilen auf dem selben Album unterzubringen, entzieht sich meinem Verständnis – auch wenn er extra als Bonustrack deklariert wird. Trotzdem wird das freudige Gefühl, eine starke Scheibe gehört zu haben, durch den finalen Wackelkandidaten ein wenig reduziert.

13.05.2008 Jack