Tonträger

Tracklist

1. One More Time
2. Get Up
3. Goodbye
4. Without Me
5. The Only One
6. War     
7. How Do You Do It     
8. Bury Me
9. Not Amused
10. Handjobs For Jesus     
11. Free Kevin Jonas

GOLDFINGER

Hello Destiny

VÖ: 25.04.2008
Label:
Sideonedummy Records
Web: 
www.myspace.com/goldfinger

Mit gelindem Grausen erinnern sich die Goldfinger-Fans an das Jahr 2005 zurück, als ihre Heroen ein Album namens „Disconnection Notice“ unter das Volk mischten und damit für allerlei Enttäuschung sorgten. Sämtliche Songs hinkten dem bekannten Standard der Poppunk-Recken weit hinterher und schufen Nährboden für die Mutmaßung, mit dem kalifornischen Quartett ginge es langsam aber sicher den gefürchteten Bach hinunter. Die Tatsache, dass es in den vergangenen Jahren zudem äußerst still um die Band wurde, erweckte gar Gerüchte einer Auflösung. Doch plötzlich tat der Nachrichtenticker kund, Goldfinger hätten Gitarrist Charlie Paulson rekrutieren und bei Sideonedummy Records eine neue Bleibe finden können.

Sideonedummy Records sind mittlerweile so etwas wie das Auffangbecken für einst hoch gelobte Bands jenseits des Punktes, an dem ihnen die Rückendeckung des Majorlabels versagt wurde. MXPX, The Suicide Machines, The Mighty Mighty Bosstones, 7 Seconds und nun Goldfinger – hinter der Plattenvertragspolitik scheint ein Konzept zu stecken, und zwar eines, das aufgeht. Die Schaffenszeit von drei langen Jahren, die Rückkehr ihres kahlköpfigen Gitarristen und die Abkehr von Maverick hat der Band hörbar gut getan. Schon das Coverartwork deutet an, dass Goldfinger auf den Spuren ihrer Vergangenheit wandeln. Dass dies tatsächlich der Fall ist, bestätigt das Dutzend Songs auf „Hello Destiny“. Der erste Durchlauf der 36 Minuten Musik gibt bereits Aufschluss, dass die (relativ) alten Herren im wahrsten Sinne des Wortes wieder zurück „in alter Frische“ sind.

Dominiert wird das Album von freundlichen Midtempo-Poppunknummern, die sich textlich selten unkritisch präsentieren. So nehmen Goldfinger in Bezug auf die bisweilen zweifelhafte Rechtsprechung in den USA („Free Kevin Jonas“) oder auf religiöse Missgebaren („Handjobs For Jesus“) kein Blatt vor den Mund. Speziell letzterer Song spiegelt den neuen alten Facettenreichtum der Band wieder, der von gospelartigen Gesangspassagen bis hin zu metallischen Gitarrensoli reicht. Dazwischen gibt es eine ordentliche Portion Ska – an dieser Stelle sei das herausragende, weil absolut gute Laune provozierende „Get Up“ angeführt – und die beschleunigten „Goodbye“ und „Not Amused“ inklusive feiner mehrstimmiger Refrains. Mit dem akustischen Bonussong „Julian“ klingt „Hello Destiny“, das natürlich erneut von Bandkopf John Feldman himself produziert wurde, entspannt aus.

Mit diesem Langspieler haben sich Goldfinger selbstverständlich für „Disconnection Notice“ rehabilitiert. Vergeben und vergessen ist das zwischenzeitliche Formtief, man befindet sich zurück in der richtigen Spur.

01.05.2008 Jack