Tonträger

Tracklist

1. Testimony
2. Sponsorship for life
3. Waves
4. Friendly Fire
5. I hate myself when I shave myself
6. The dog ate it
7. Benefit of the doubt
8. On its own
9. Waste = Food
10. I hope you got my letter

 

ANTILLECTUAL

Testimony

VÖ: 03.03.2008
Label: Fond Of Life Records
Web: www.antillectual.com

Während sich vielerlei Augenmerk auf die musikalischen Größen und Emporkömmlinge der Vereinigten Staaten von Amerika konzentriert, arbeitet die europäische Szene kontinuierlich an einem qualitativ hochwertigen Fundament. Durfte ich bereits vielversprechende Bands wie Rentokill, Red Lights Flash und Tiny-Y-Son lobend hervorheben, so muss dieser Kreis nun um eine weitere Band erweitert werden: Antillectual stammen aus den Niederlanden und erwecken mit ihrem neuen Werk namens „Testimony“ quasi eine komplette Nation – die dank den Heideroosjes oder Undeclinable Ambuscade schon fast als kontinentale Wiege des Punkrocks galt – aus dem kreativen Tiefschlaf.

Dabei sind die drei jungen Männer keineswegs neu auf dem Markt, konnten sie vor drei Jahren mit ihrem Debüt „Silencing Civilization“ bereits für ein wenig Aufmerksamkeit sorgen, die mit „Testimony“ nun konsequent ausgebaut werden soll. Und man muss gewiss kein bedingungsloser Optimist sein, um nach der knappen halben Stunde Punkrock orakeln zu können, dass es ihnen mit diesem Album auch gelingen wird. Ein enormes Plus ist die ständige Unberechenbarkeit der Songs, die sich zwischen furiosen Höchstgeschwindigkeitsnummern („Friedly Fire“, „On Its Own“, „The Dog Ate It!“) und langsameren Geschützen („Sponsorship For Life“, „Benefit Of The Doubt“) einschachteln lassen. Jedoch sind rasante Songs nicht nur rasant beziehungsweise gedrosselte Songs nicht ausschließlich gedrosselt. Soll heißen: Abwechslung pur. Wer an dieser Stelle nach Vergleichen lechzt, dem sei der Name Propagandhi in den Gehörgang gelegt. Ebenso wie die Kanadier setzen auch Antillectual auf ein komplexes Songwriting – teilweise nahe der Vertracktheitsgrenze, aber niemals undurchdringlich – und aussagekräftige Songtexte über gesellschaftliche Missstände, zu denen im Booklet ausführlich Stellung bezogen wird.

Auch wenn diesem Album aufgrund von lediglich zehn anwesenden Songs relativ schnell die Puste ausgeht, kann es sich doch erfolgreich mit den Langspieler-Größen der vergangenen Jahre messen. Diese Band sollte man tunlichst in Ohr behalten.

23.04.2008 Jack