Tonträger

Tracklist

1. The Black Path
2. To End All Wars
3. The Most Evil Spell
4. All In Tune With The Universe
5. Pledge Allegiance To The Damned (The Unseen One)
6. Wolfsstunde
7. Nothingness
8. Collapsed Memorials
9. Close To The Wind
10. Worlds Apart
11. Pure Anger (The Hex)
12. 10050
13. Cigarette Scars
14. Glad To Be With You Again

EMIL BULLS

The Black Path

VÖ: 04.04.2008
Label:
Drakkar
Web:
http://www.emilbulls.de/

Wie bereits im letzten Interview mit den Emil Bulls angekündigt, wird “The Black Path” das härteste Album in der bisherigen Bandgeschichte der Jungs aus Bayern. Dieser Wechsel kurz vor die Tore des Hardcore-Lagers nehmen einige Schreiberlinge doch glatt als Anlass, um der Band den Vorwurf zu machen, sie würden alles tun, um mit der Musik ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Wie heißt es immer so schön in den Presseerklärungen: Diesen Vorwurf weisen wir weit von uns.

Richtig, denn „The Black Path“ ist durchaus eine Prise härter alles zuvor gehörte, aber trotzdem kein Hartz IV – Ersatz. Täglich spült die Post CDs neuer Bands in unserer Redaktionskasten, die uns mit immer neuen Superlativen angeboten werden, aber höchsten 10 % laufen uns nochmals über den Weg, wenn ihnen gnädiger Weise die Chance für ein zweites Album eingeräumt wurde.  Bei den Emil Bulls reicht dagegen eine DIN A 4 – Seite, um diese anzupreisen, da sie im Business schon alte Hasen und alle Höhen und Tiefen mitgemacht haben. Hier weiß jeder, was er bekommt bzw. was ihn erwartet. Oder etwa doch nicht? Die ersten Stimmen derjenigen, die „The Black Path“ bereits hören durften, gehen weit auseinander.

Schon der Anfang „To End All Wars“ ist mehr als ein Fingerzeig;  Machine Head lässt grüßen, auch wenn es nach wenigen Sekunden ruhiger zur Sache geht. Hier werden im Gegensatz zu früheren Zeiten keine Gefangenen mehr gemacht. Auch die erste Single „The Most Evil Spell“ steht für rohe Gewalt, die für die meisten Fans der Münchener Band doch reichlich gewöhnungsbedürftig sein dürfte. Gerade noch den beschwingen Song namens „Revenge“ vom Album  „The Life Acoustic“ im Ohr gehabt und schon reißen die ersten Songs von „The Black Path“ ein faustgroßes Loch ins Trommelfell.  Klar, wer den Produzenten von Caliban auf seine Almhütte einlädt, weiß genau, was dieser aus dem Rohmaterial kreiert. Während der unpassende Standardvergleich, der die Emil Bulls seit Jahren begleitet, namens 4Lyn dieses Jahr mit „Hello“ seine Eier an der Garderobe abgegeben hat, holen sich die Bulls noch einen Extra-Satz Männlichkeit und machen das, was sie am Besten können; ein Fass auf. Und noch schöner ist, dass die harte Gangart bis zum Schluss anhält, ohne dass hier ein signifikanter Leistungsabfall zu verzeichnen wäre.

Auch wenn die Wahl in Sachen erste Single auf „The Most Evil Spell“ fiel, bietet die „Wolfsstunde“ mehr als die meisten Kritiker je erwartet hätten. Wie sagte ein Torwart aus Bayern während sein Blutdruck ein fast vierstelligen Wert aufwies:“ Hymnen! Wir brauchen Hymnen!“  Nicht ganz, aber die Emil Bulls haben ihn erhört. Sie liefern ihr härtestes Brett ab, welches aber trotzdem noch über die typischen Bulls – Eigenschaft verfügt. Auch wenn  der Großteil der Kritiker auf den erneuten Richtungswechsel herumreiten wird, gilt dieses Album Empfehlung. Ohne Richtungswechsel würde man ihnen einfach mangelnde Weiterentwicklung vorwerfen. Wie man es macht, es ist …

Hamburg freut sich auf das anstehende Konzert in der wohl größten Sauna namens Logo, um „The Black Path“ gebührend zu feiern.

30.03.2008 Tim