Tonträger

Tracklist

1. Biggest Lie
2. I Want To Be Wrong
3. Yours To Destroy
4. Under the Garden
5. Sleeping Between Trucks
6. Domino
7. The Feel Good Song of the Year
8. The Trumpet Player
9. Night of the Living Living
10. Ontario
11. Pacific Standard Time
12. The Dregs of Sobriety
13. Kill the Rich
14. Take it Home

NO USE FOR A NAME

The Feel Good Record Of The Year

VÖ: 28.03.2008
Label:
Fat Wreck Chords
Web:
www.nouse4aname.com

Während Gegenstände, die starke Abnutzungserscheinungen aufweisen, zumeist auf direktem Wege entsorgt werden, verhält es sich mit Bands ein wenig anders: Ihnen kann ihre Funktionalität im Form von musikalischem Talent nicht dauerhaft abgesprochen werden, also wäre es verkehrt, sie nach einer Schwächephase in die Obhut eines Verwerters zu übergeben. Solches gilt selbstverständlich auch für No Use For A Name, eine Band, die seit 20 Jahren in der Welt des Punkrocks unterwegs ist, die mit ihren letzten Studioalben zu keinem Zeitpunkt die Messlatte erreichen beziehungsweise überqueren konnte, die sie durch die grandiosen „Leche Con Carne“ und „Making Friends“ aufgelegt hatten.

Die letzten Versuche – speziell „Keep Them Confused“ – scheiterten bereits in der Phase des Anlaufs. No Use For A Name wiesen erhebliche konditionelle Mängel auf und zeigten sich auch nur noch selten in der Lage, das notwendige Tempo aufzunehmen, um ein weiteres Mal zu großen Sprüngen ansetzen zu können. Der Durchhänger sollte nun der Vergangenheit angehören, denn mit einem positiv anmutenden Albumtitel und mit einem satten Sound – anstatt einmal mehr mit Ryan Greene zu kooperieren, ging es erstmalig in den Blasting Room zu Bill Stevenson – wurde ein Erfolg versprechendes Konzept zusammengestellt. Im Laufe der ersten beiden Nummern „Biggest Lie“ und „I Want To Be Wrong“ geht dieses auch auf, so zeigt sich das Fat Wreck-Zugpferd sowohl im Uptempo- als auch im gedrosselten Bereich kurzweilig, eingängig – kurzum wiedererstarkt.

Leider scheint die Kraft jedoch nicht für ein komplettes Album zu reichen, denn was sich im Anschluss auf „The Feel Good Record Of The Year“ abspielt, ähnelt einem Rückfall in schwächere Zeiten. Insgesamt drei Aktusik-Balladen („Sleeping Between The Trucks“, „Ontario“, „Kill The Rich“) rauben dem Album eine Menge Kraft und den Fans auf der Suche nach melodischen Punkrocknummern in halsbrecherischem Tempo viele Nerven. Äußerst selten wird das Tempo angezogen („Under The Garden“, „Pacific Standard Time“), und auch hitverdächtige Midtempo-Songs im Stile des Klassikers „Soulmate“ bleiben dem Hörer verborgen. Unter der großen Mehrheit an gemächlicheren Songs können lediglich das bereits erwähnte „I Want To Be Wrong“ und „The Trumpet Player“ positives Aufsehen erregen, der Rest mutet eher nach kreativen Überbleibseln der letzten Studioalben an.

Diesen Ausführungen soll natürlich nicht entnommen werden, dass es sich hier um ein abgrundtief schlechtes Album handelt. No Use For A Name haben nach wie vor ein intaktes Gespür insbesondere für harmonische Gesangslinien, dennoch fehlt ihnen das Feuer der alten Tage. So gesehen ist „The Feel Good Record Of The Year“ eine gelinde Enttäuschung und aufgrund seines Titel zudem ein Irreführer. „The Feel Disappointed Record Of The Year“ hätte wesentlich besser gepasst.

22.03.2008 Jack