Tonträger

Tracklist

1. (Intro) As Long as We Can
2. One Reason
3. Faith and Hope
4. Something to Live for
5. All We Need
6. Western World
7. We'll Never Know
8. Confusion
9. Nothing to Lose
10. It's Not Enough to Believe
11. You Get the Life You Choose
12. Affliction
13. Brag, Exaggerate & Lie
14. for You

 

PENNYWISE

Reason To Believe

VÖ: 22.03.2008
Label: Epitaph
Web: www.myspace.com/pennywise

Totgesagte leben eben länger: Nachdem vielerseits der Abgang der Punkrock-Recken von Pennywise bereits gemutmaßt wurde, haben die alten Herren aus dem kalifornischen Hermosa Beach noch einmal ordentlich Anlauf genommen, um mit einem neuen Album zum großen Wurf anzusetzen. Die Frage ist allerdings, ob es einer Band, die von Karrierebeginn an nicht gerade für eine stilistische Vielfalt und Wandlungsbereitschaft steht, gelingt, nach dem vergleichsweise ideenlosen Vorgänger „The Fuse“ noch einmal die Kurve zu kriegen?

Die Tatsache, dass Pennywise „Reason To Believe“ mit Unterstützung des Sponsors Textango über Myspace als kostenlosen Download zur Verfügung stellen, lädt zum Unken ein. Selbstverständlich ist es eine richtig feine Geste von der Band, die Geldbeutel der Fans komplett zu verschonen. Auf der anderen Seite lässt sich die Geberlaune jedoch auch damit erklären, dass den insgesamt 15 Songs ein wenig das Potential fehlt, um reichlich abgesetzt zu werden.

Schluss mit der Gehirnakrobatik, ran an Greif- beziehungsweise Hörbares! In Sachen Aufmachung ist „Reason To Believe“ schon einmal sehr gelungen, denn der Silberling befindet sich in einem amtlichen Digipack in bester Nachbarschaft zu einem großflächigen Booklet. Bei der Produzentenwahl sind Pennywise ihrer Linie treu geblieben, indem sie ihre Songs einmal wieder jemand anderem anvertraut haben: Cameron Webb, der bereits mit Ignite, Social Distortion und Sum 41 kollaborierte und sich selbst als langjähriger Fan der Band bekannt hat, verlieh dem Liedgut den typischen Pennywise-Sound.

Bei der Stilfrage geht es ebenfalls klassisch zu Werke. Experimente liegen den Punkrock-Dauerbrennern genauso fern wie der Kuh die Fähigkeit des Rückenschwimmens, ergo bleibt alles beim Alten. „Reason To Believe“ bietet das gewohnte Wechselspiel zwischen pfeilschnellen Uptempo-Raketen wie Faith And Hope“, „Something To Live For“, „Nothing To Lose“ oder „You Get The Life You Choose“ und gedrosselten Nummern wie „The Western World“, „Die For You“ und „Confusion“. Dabei scheint sich das Album in zwei Halbzeiten aufzugliedern, denn während in der ersten Hälfte ordentlich Gas gegeben wird, geht es in der zweiten zumeist gebremster zur Sache.

Ob langsam oder schnell – Pennywise wirken im Laufe der runden Dreiviertelstunde ausgeschlafen und frisch. Überraschungen sind zwar Mangelware, dafür spürt man vom ersten bis zum letzten Ton eine wiedererlangte Spielfreude, eine erstarkte Dynamik und ein regeneriertes Gefühl für packende Refrains. Auf „Reason To Believe“ machen Pennywise genau das, was sie am besten können. Und wer dennoch mit einer gewissen Skepsis versehen ist, darf sich den gesamten Reigen kostenlos und völlig legal gönnen.

19.03.2008 Jack