Tonträger

Tracklist

1. Machine 15
2. Done Is Done
3. Detox
4. Vicious Circle
5. Broken World
6. Come On
7. Centerpiece
8. Who's Laughing Now
9. Brand New Game
10. Ducks & Drakes
11. Turnkey Paradise
12. Route One
13. Danger For Stranger

MILLENCOLIN

Machine 15

VÖ: 04.04.2008
Label: Burningheart Records
Web: www.millencolin.com

Eines muss man Burschen von Millencolin lassen: Sie nehmen sich Zeit für ihre Alben. Zwischen „Kingwood“ und seinem Nachfolger liegen erneut drei lange Jahre, was mit Sicherheit auch daran liegt, dass das Quartett nebenbei mit anderen Projekten beschäftigt ist. Frontmann Nikola Sarcevic beispielsweise wandelt zusätzlich mit Erfolg auf Solopfaden, während sein Kollege an der Gitarre, Mathias Färm, mit seiner Zweitband namens Franky Lee nicht wirklich überzeugen konnte. In seinem Falle kann es nur von Vorteil sein, dass man schließlich eine Hauptband hat, die sich im Musikbusiness längst etabliert hat.

Dies kann jedoch auch Nachteile haben, besteht die Verlockung, sich auf den alten Lorbeeren auszuruhen. In Bezug auf „Machine 15“ kann jene Befürchtung ausgeräumt werden, denn die vier Schweden bewegen sich nach wie vor in sicherer Distanz zum Dienst nach Vorschrift. Nicht von der Hand zu weisen ist allerdings die Tatsache, dass Millencolin schon einmal besser geklungen haben, und zwar wesentlich. Die Zeiten, in denen Alben wie „Life On A Plate“ oder „For Monkeys“ frisch, flott und abwechslungsreich auf direktem Wege ins Tanzbein gingen, scheinen endgültig vorüber. Ska-Elemente und Uptempo-Songs finden auf „Machine 15“ keinerlei Berücksichtigung mehr – eine Folge des oftmals angeführten Reifeprozesses? Wenn dem so wäre, dann klingen Millencolin heutzutage eben gereift, erwachsen, gefestigt – und leider auch größtenteils vollkommen durchschnittlich bis bisweilen langweilig.

Amtliche 15 Songs umfasst dieser Longplayer, doch außer dem sofort zu gefallen wissenden „Danger For Stranger“ sucht man vergebens nach echten Hits. Hier und dort deutet die Band ihr Gespür für feine Melodien („Detox“) an, verrennt sich jedoch viel zu oft im mainstreamigen Bereich der emotionalen Rockmusik. Dementsprechend klingt ein großer Teil der Songs einfach harmlos und unspektakulär, und es sei reichlich überlegt, ob man als Kunde eines gut bestückten Plattenladens „Machine 15“ wirklich in der Punkrock-Abteilung suchen sollte, denn dieser Kategorie entspricht die neueste Millencolin-Scheibe gewiss nicht. Es reicht eben nicht, ein paar leblose Nummern – in Relation zu den früheren Ergüssen – von einem namhaften Produzenten, in diesem Falle von Lou Giordano (u. a. Taking Back Sunday, The Ataris), auf Hochglanz zu polieren und anschließend eine allgegenwärtige Welle der Begeisterung zu erwarten. „Machine 15“ ist – zumindest von den alten Anhängern der Band – sehr mit Vorsicht zu genießen, denn dieses Album birgt durchaus Enttäuschungspotential.

19.03.2008 Jack