Tonträger

Tracklist

1. For All Lovers
2. Sorry
3. Wild Life
4. How Does It Feel
5. In Your Arms
6. Heart Skipped A Beat
7. Everything I Am
8. Desperate
9. It's Not Over
10. World Of Silence
11. Do It All
12. Lonely Life
13. I Will Be 

STANFOUR

Wild Life

VÖ: 29.02.2008
Label: Universal Music
Web: www.stanfour.com

 

Schon 1998 verließen die Brüder Alex und Konstantin ihre Heimatinsel Föhr, um endlich ihren Traum von US-Rock aus den 1980er wahr werden zu lassen. Nach einem dreiviertel Jahr Praktikum bei einem ansässigen deutschen Produzenten schaffen es die beiden, ihre Songs in einigen US-Serien und –Filmen unterzubringen, u.a. bei „Baywatch“ und „Surrender Dorothy“.

Nach diesen ersten Erfolgen sah man sich genötigt mit den beiden Gitarristen Christian und Eike die Band Stanfour zu gründen, für die man dann zusammen mit den Songschreibern von Aerosmith, Backstreet Boys, Seal, Pink, Kelly Clarkson sowie mit den Produzenten, die schon mit The Rasmus, Nick Carter, Prime Sth., Everlast, aber auch mit Juli und den Sportfreunden Stiller gearbeitet haben, über 50 Songs zu schreiben, von denen 16 Songs von Randy Staub, der schon für Metallica und leider auch Nickelback an den Reglern stand, abgemischt wurden. Stilecht fand dies natürlich im Warehouse-Studio von Bryan Adams in  Vancouver statt, was eigentlich die erste gute Nachricht in diesem Text ist, weil in diesen Hallen auch „God Hates Us All“ von Slayer aufgenommen wurde, welches bekanntlich wenig mit US-Rock zu tun hat.

Zurück zu den Jungs von der kuscheligen Insel Föhr, die mit weisen Sätzen wie dem folgenden so richtig auftrumpfen: „Deutsche haben Angst. Man wird bei uns sofort verprügelt, wenn man diese ‚amerikanische Musik’ macht. Dabei sollte man viel mehr Mut haben. Es geht am Ende um die Komposition; und wenn die gut ist, dann ist es egal, ob du von Föhr oder aus LA kommst.“ Zu der Aussage mit der Prügel muss man sagen: „Völlig zu Recht gibt es für solche Musik vom bunten Teller“. Zuerst sollte wir mal kurz klären, welche Bands denn für US-Rock aus den Achtzigern stehen. Auf jeden Fall Mötley Crüe, die 1981 gegründet wurden. Ob die sich wohl auch ihren Namen in einer Starbucks-Filiale bei einer Runde White Caffè Mocha gegeben haben oder gerne Hintergrundmusik für Baywatch gemacht hätten? Beides können wir wohl ohne die Protagonisten zu fragen verneinen.

Um die Musik von Stanfour zu beschreiben, machen wir doch eher einen Schwenk in Richtung Bon Jovi der 1990er Jahre. Wer jetzt in Richtung „Bed Of Roses“ denkt, der liegt schon sehr richtig. Überschwängliche  Gesten, häufige Verwendung der Wörter „Sorry, Love, Feel“ und eine glattgebügelte Produktion, die nur die US-Amerikaner hinbekommen. Dazu noch die Tatsache, dass die Jungs den Support für die Backstreet Boys in Deutschland spielen, macht wohl dem letzten Leser klar, dass hier keine Verwandten von Mötley Crüe, sondern eher die Bon Jovi der Neuzeit vorstellig werden.

„Wild Life“ ist eher ein Harley-Fahrer auf einer neumodischen Kawasaki, der leider nur durch die Kleinstadt anstatt der Route 66 fährt.

12.03.2008 Tim