Tonträger

Tracklist

1. For A Pessimist, I'm Pretty Optimistic
2. That's What You Get
3. Hallelujah
4. Misery Business
5. When It Rains
6. Let The Flames Begin    
7. Miracle    
8. crushcrushcrush
9. We Are Broken     
10. Fences
11. Born For This

PARAMORE

Riot!

VÖ: 29.02.2008
Label: Warner Music Group
Web: www.paramore.net

Sie sind jung, sie sind erfolgreich... Welche junge Combo, deren Durchschnittsalter sich irgendwo in der unmittelbaren Umgebung der Volljährigkeit befindet, kann schon in ihrem Lebenslauf auf Grammy-Nominierungen, drei Teilnahmen an der Vans Warped Tour und intensive Lobhudeleien in der Rockmusikpresse verweisen? Paramore aus dem US-Amerikanischen Franklin können dies. Sie sind quasi der Lukas Podolski der alternativen Musikszene: Sie machten mit guten Leistungen in Windeseile auf sich aufmerksam, nutzten einen kleinen Arbeitgeber (Fueled By Ramen) als Sprungbrett, um nun ihr Glück bei einem großen Club namens Warner zu suchen.

Die Parallelen zu der Karriere des Prinz Poldi lassen sich fortführen, denn was der leicht geistesschlanke Kicker aktuell fußballerisch auf dem grünen Rasen abliefert, ähnelt doch sehr dem, was das Quartett in musikalischer Form auf ihrem neuen Longplayer „Riot!“ zu bieten haben. Das ist nämlich absolute Durchschnittskost für den Plattenteller – um es noch gelinde zu formulieren. Mit einem Poppunk, der regelrecht nach Massentauglichkeit schreit, buhlen Paramore um die Gunst möglichst zahlreicher Hörer und lassen dabei ihre Eigenständigkeit und das Potential, tatsächlich zum aufmerksamen Hinhören anzuregen, rigoros auf der Strecke. Wie eine Ohrenspülung dringen Songs wie „That’s What You Get“, „Miracle“ oder „Born For This“ in den Gehörgang ein und schwappen auch sogleich wieder hinaus – allerdings ohne lästige Schmutzpartikelchen mit sich zu nehmen, was der gewidmeten Aufmerksamkeit zumindest einen positiven Nebeneffekt beschert hätte. Die elf Nummern, zu denen (natürlich!) schmusige Balladen wie „Hallelujah“, „When It Rains“ und „We Are Broken“ gehören, geben der Gesichtspigmentierung einen Farbton, der sich streng an der Haarfarbe von Frontmädchen Hayley Williams orientiert: tiefrot, jedoch nicht aus einem ausgeprägten Bewegungsdrang, sondern vielmehr aufgrund einer Kombination aus Enttäuschung und Wut. „Riot!“ ist das Ergebnis einer Schülerband bei dem Versuch, wilder zu rocken als Avril Lavigne. Und leider schneit genau diese Form des Schaffens den Ansprüchen der jungen Konsumenten optimal zu entsprechen, wodurch sich auch der Hype Paramores erklären lässt. Die elf Weichspüler werden von einer kurzen DVD aufgewertet – so lässt sich zumindest die Intention des Herstellers deuten – die ungefähr das in Bild und Ton umsetzt, was man über die Band bei Wikipedia findet.

Während dem Quartett bereits der Status des „Next big thing“ nahegelegt wird, muss der gute Poldi bei seinem Arbeitgeber weiter die Ersatzbank drücken. Vielleicht sollte er die Fußballschuhe an den Nagel hängen und eine Poppunkband gründen. Schließlich lässt sich in diesem Tätigkeitsfeld dem Anschein zufolge mit wenig Kreativität viel Erfolg haben.

23.02.2008 Jack