Tonträger

Tracklist

1. Bloodmeat    
2. Dissentience    
3. Bone Marrow    
4. Sequoia Throne
5. Palms Reads
6. Limb from Limb
7. Spoils    
8. Wretch
9. Goddess Bound
10. Goddess Gagged

PROTEST THE HERO

Fortress

VÖ: 15.02.2008
Label: Vagrant Records
Web: http://www.protestthehero.com/

Wie beginnt man diese Kritik, um der Sache auch nur annährend gerecht zu werden? Es ist anstrengend, laut, frickelig, aber trotzdem unglaublich großartig. Klingt wie Auspuff geschweißt und endgelagert. Also nur suboptimal, was diese Jungs aus Whitby, Kanada, einfach nicht verdient haben. Immerhin legen sie mit „Fortress“ wohl eines der, Achtung gewagte Aussage, besten Alben 2008 hin. Auch wenn das Jahr noch sehr jung ist, darf man dies nach dem 76sten Durchlauf, erst dann hat man alle Feinheiten entdeckt, mit Fug und Recht behaupten. Wer außer Mike Patton könnte Protest The Hero – Frontmann Rody Walker das Wasser reichen? Richtig, keine Sau. Auch die restlichen Musiker spielen als gäbe es kein Morgen. Wie sagte ein fachkundiger Musiker. „Die spielen sich um Kopf und Kragen“.

Worte können nur schwerlich wiedergeben, was die Band hier mit „Fortress“ auf das Parkett zaubern. Häufig werden Vergleiche mit Coheed & Cambria aus dem Hut gezaubert, welches sicherlich nur ein Schmunzeln bei den Jungs hervorruft, da die Gemeinsamkeiten sich auf die komplizierte Songstruktur beschränkt.

Wer seinen Opener „Bloodmeat“ nennt, der will uns etwas mitteilen, dass sicherlich von Bedeutung ist. Die ersten Töne unterstreichen die Vermutung. Hier geht es ganz weit nach vorn und das mit  aller Gewalt. Nichts scheint Sänger Rody Walker bei seinem Vorhaben aufhalten zu können, uns die gesamte Bandbreite seines Könnens zu zeigen. Bei „The Dissentience“ weiß dann auch spätestens jeder, was mit „sich um Kopf und Kragen spielen“ gemeint ist. „Bone Marrow“ ist neben „Bloodmeat“ einer der absoluten Höhepunkte. Hier stecken dermaßen viele Details, Passagen und Melodien drin, dass dies anderen Bands reicht, um ein gutes Album auf den Markt zu werfen. Aufmerksame Zuhörer werden sich an einer Stelle an Herrn Patton erinnert fühlen, so dass dieser Name zuvor nicht nur einfach aus der Luft gegriffen wurde. Den Schlusspunkt setzen ruhige Klavierklänge, die gefühlvoll zu „Palms Read“ überleiten, wo der Drehzahlmesser sofort wieder voll ausschlägt. Ein hervorragender Song für alle, die den Marathon gern in 1:30h laufen wollen, wenn sie denn die ständigen Tempowechsel verkraften und nicht wie ein Hase hakenschlagenderweise über den Asphalt schießen, denn das Tempo ist mörderisch und der gute Rody zeigt uns, dass nicht nur Justin Hawkins von The Darkness derart hoch singen kann, dass selbst Fledermäuse Probleme bekommen.

Der Vorgänger „Kezia“ war schon revolutionär, aber „Fortress“ legt noch eine Schippe drauf. Pausenfüller ist ein Fremdwort. Hier ist jede Sekunde genau durchdacht und alles passt wie maßgeschneidert, so dass, wie bereits erwähnt, nur wenige Alben in diesem Jahr auch nur in die Nähe von „Fortress“ gelangen werden.

24.02.2008 Tim