Tonträger

Tracklist

1. Prologue
2. All Day Dream
3. Elite
4. Dancetiny
5. Way Of Ending
6. L-Thing
7. You Star
8. Anti-Hymn
9. Me & You & Me
10.Salvation
11.Betray
12.Epilogue

RANDOM

Essays Of Pathetic Moments

VÖ: 29.02.2008
Label:
Rockhit Records
Web:
www.random-online.com

Eine weitere junge Formation aus Österreich, und man könnte sich erneut genötigt fühlen, Lobeshymnen über das musikalische Potential unseres Nachbarlandes im Süden zu schmettern. Wurden im Zuge der Jubelarien die Stimmbänder bis dato enorm strapaziert, so sorgen Random für eine – mit Sicherheit nicht angestrebte – Entspannung.

Groß ist die Vorfreude auf eine frische, druckvolle Punkrock-Scheibe, als relativ gering entpuppt sich die reelle positive Laune nach dem Durchlauf der 35 Minuten Spielzeit. Denn „Essays Of Pathetic Moments“ hält sich zumeist irgendwo dort auf, wo massentaugliche Poppunk-Bands wie Simple Plan das Feld geebnet haben, nämlich im durchschnittlichen Mainstream der Rockmusik, in dem Ecken und Kanten fachmännisch begradigt wurden. Gönner des kanadischen Quintetts werden die zehn Songs auf diesem Album, eingerahmt von einem kurzen, Angels & Airwaves-mäßigen Prolog und einem noch kürzeren Epilog, in bekannter Manier auditiv verschlingen, denn bei jener Art Hörerschaft werden die leicht verdaulichen Midtemponummern sicher ihre Früchte tragen. Locker und unkompliziert trällern sich die fünf Österreicher durch Songs wie „All Day Dream“, „L-Thing“ oder „Elite“, auf den Schlips getreten fühlen sich nur diejenigen, die ein spektakuläres und langfristig bemerkenswertes Liedgut erwarten. „Essays Of Pathetic Moments“ besitzt die Nachhaltigkeit eines Aktionsartikels einer Fastfood-Kette: Groß angepriesen, kurzfristig konsumiert, und schon ist er auch schon wieder aus dem Programm verschwunden. Es ist nahezu unvorstellbar, dass dieses Album in zwei, drei Jahren noch mit heller Begeisterung in den Schacht des CD-Spielers geworfen wird. Daran wird auch eine melancholische Ballade wie „Salvation“ nichts ändern, selbiges gilt für die Bläsereinsätze in „Me & You & Me“ oder für die Disco-Rock-Elemente in „Dancetiny“.

Trotz aller Kritik muss dem zweiten Longplayer Randoms zugute gehalten werden, dass er von der Produktion bis hin zur Aufmachung überaus professionell ausgefallen ist. Darüber hinaus zeigen sich die Österreicher dann und wann auch in der Lage, nette Refrains auf die Beine zu stellen („Anti-Hymn“). Ebenfalls lobend erwähnt sei die Tatsache, dass man unter dem Dutzend Songs vergebens nach Akustikballaden oder Coverversionen sucht. Es ist also noch nicht alles verloren, erst recht nicht, wenn Random ihr Gespür für Melodien mit dem Arschtrittfaktor ihrer musizierenden Landsleute kombinieren.

10.02.2008 Jack