Tonträger

Tracklist

1. Day Like This
2. Soon It Will Be
3. One Way or Another
4. Lines Are Faded
5. Darker Days
6. Lucky
7. Montreal (Street Kids)
8. Lookin' Back
9. Movin' On
10. You're Goin' Down
11. TV Static
12. Shell Casings
13. Gonna Get Mine
14. Outcast

TIME AGAIN

Darker Days

VÖ: 15.02.2008
Label:
Hellcat Records
Web:
http://www.timeagainband.com/

Was für den Vater der Sohnemann ist, sind für Hellcat Records-Boss Tim Armstrong Time Again. Eine auffällige stilistische Verwandtschaft konnte bereits bei dem Debüt „The Stories Are Ture“ festgestellt werden, und auch der Nachfolger „Darker Days“ lässt eine Vaterschaft nicht bezweifeln – zu deutlich lassen sich Parallelen zu Armstrongs Hauptbetätigungsfeld Rancid heraushören.

Grundsätzlich weist der Filius zahlreiche Erbanlagen auf. Das Schlagzeugspiel klingt nahezu wie herüberkopiert, die Gitarren liefern den bekannt bodenständigen Teppich, und der Bass bewegt sich teilweise beeindruckend auf den Spuren des Großmeisters Matt Freeman. Frontmann Daniel Dart orientiert sich gesanglich stark an seinem Plattenboss, zumindest versucht er zu kratzen und zu leiern wie Tim Armstrong, schafft es jedoch nach wie vor nicht, diese außergewöhnliche Klasse hundertprozentig zu erreichen.

Aber Time Again sind clevere Kerlchen, denn sie haben die Rancid-Klon-Machine kurz vor dem Zeitpunkt schleunigst verlassen, ab dem Ska- und Reggae-Elemente transferiert werden sollten. Auf diese Weise beschränken sich die Machenschaften des Quartetts auf zumeist rasante Streetpunk-Hymnen, die keinerlei Risiko eingehen. Man kann es sich in etwa so vorstellen: Papa Armstrong beraumt ein intensives Vater-Sohn-Gespräch an und lädt Onkel Lars Frederiksen als erzieherischen Beistand ein. Punkrock sei schnell, würde ein Ratschlag lauten. Kein Problem, entgegnen die Nachfahren, schließlich spiele sich ein Großteil der 14 Songs im rasanten Bereich ab. Trotzdem dürften gebremste Nummern der Abwechslung halber nicht fehlen. „Das erledigen Songs wie ‚Lines Are Faded’ und ‚Lookin’ Back’“, versichert der Nachwuchs. Wie es mit packenden Refrains aussehe, möchten die alten Herren außerdem wissen. Selbstverständlich habe man im Laufe der halben Stunde zahlreiche Singalongs untergebracht, die live mit absoluter Sicherheit zu ihrer wahren Entfaltung kämen.

Kurzweilig und knackig, energiegeladen und rotzig – Time Again haben ihre Hausaufgaben gemacht. Zur Belohnung geht es ins Studio, um mit Produzent Mike Green das Erarbeitete vernünftig und zeitgemäß einzuspielen, um den Rest kümmert sich Vati höchstpersönlich in Form einer Veröffentlichung auf Hellcat Records.

Dass die Betreuung Sinn gemacht hat, bestätigt „Darker Days“ mit erstklassigem Uptempo-Streetpunk aus der Rancid-Talentschmiede. Papa kann wirklich stolz auf seine Jungs sein!

09.02.2008 Jack