Tonträger

Tracklist

1. Jesus only knows
2. Break away
3. We can stay
4. Save me now
5. You
6. People
7. Today I break loose
8. Love is gone
9. Triple X
10. Ordinary day
11. Every you every me
12. These art the days
13. Wake me up

BLIND

Blind

VÖ: 25.01.2008
Label: Virgin/EMI
Web: www.blindpage.de

Mit dem eigenen Anspruch ist das so eine Sache. Bei Musik(ern) hat dieser bekanntermaßen und meist unüberhörbar verschiedenste Dimensonen. In einigen Fällen geht es um die Kreation möglichst anspruchsvoller Kunst, in anderen steht der kommerzielle Erfolg im Vordergrund – oft geht es um irgend etwas dazwischen. In eben diesem Spannungsfeld definiert sich, ob gewollt oder ungewollt, ein beträchtlicher Teil des eigenen Sounds und der künstlerischen Identität.

Bei „Blind" ist die Sache mit dem Anspruch an den eigenen Sound, zumindest suggeriert dies das Info, denkbar einfach: "Wir versuchen nicht, amerikanisch zu klingen. Wir wollen nur vermeiden, typisch deutsch zu klingen". So zumindest lautet das Zitat von Gitarrist Fabian Zimmermann, seines Zeichens Mastermind an Bord des Vierers aus Koblenz. Dass jedoch „etwas nicht zu wollen" nicht automatisch bedeutet, etwas anderes zu wollen, wird beim ersten Durchlauf des selbstbetitelten Debütalbums schnell deutlich. Die 13 Songs bewegen sich zwischen Pop, Metal und Alternative-Rock, sind solide geschrieben und kommen, wie es sich für eine Major-Produktion gehört, entsprechend dicke daher – nur schaffen sie es leider nicht ein einziges Mal, den gelangweilten Ausdruck aus meinem Gesicht zu wischen, der sich bereits unmittelbar nach Anblick des Artworks eingestellt hat.

Spätestens nach der Hälfte der rund 45-minütigen Spielzeit drängt sich die Vermutung auf, dass „Blind" beim nächsten Versuch gut daran tun würden, sich weniger damit zu beschäftigen, nicht typisch deutsch klingen zu wollen – wobei allein dieses Zitat deutscher klingt, als die Musik es jemals könnte – um sich statt dessen kritischer mit der eigenen, musikalischen Identität auseinander zu setzen.

02.02.2008 Tobi